Die Zukunft von Medizinalcannabis: Eine Bilanz nach 100 Tagen Entkriminalisierung

Verbesserte Qualität und Sicherheit

Die Idee der Selbstmedikation mit selbst angebautem Cannabis ist nicht neu. Früher war dies für viele Patient:innen der einzige Ausweg aus der Therapiealternativlosigkeit. Ein Beispiel ist der wegweisende Fall eines MS-Patienten, der wegen illegalen Besitzes und Anbaus von Cannabis freigesprochen wurde, da ihm keine Therapiealternative zur Verfügung stand. Solche Fälle haben die Legalisierung von “Cannabis als Medizin” in Deutschland im Jahr 2017 maßgeblich beeinflusst.

Seitdem können Patient:innen Cannabis auf Rezept aus der Apotheke erhalten, was die Produktsicherheit und -qualität gewährleistet und die medizinische Versorgung erheblich verbessert hat. Auch zum 1. April 2024 fanden für Medizinalcannabis weitere Erleichterungen statt, das nicht mehr als Betäubungsmittel klassifiziert wird und nun durch Standardrezepte verordnet werden kann.

Bürokratieabbau und Entstigmatisierung

Apotheken haben durch die Streichung von Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz erhebliche Erleichterungen erfahren. Medizinalcannabis muss nicht mehr in Tresoren aufbewahrt werden, und die umfangreichen Dokumentationspflichten wurden aufgehoben. Diese Änderungen sparen Zeit und reduzieren den administrativen Aufwand. Dennoch bleibt medizinisches Cannabis ein verschreibungspflichtiges (Rezeptur-) Medikament, das Identitäts- und Plausibilitätsprüfungen in der Apotheke erfordert. Solche Kontrollen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Patient:innen ein qualitativ hochwertiges und sicheres Arzneimittel erhalten. Cannabisblüten werden auch seitens der Hersteller analytisch geprüft untersucht, um ungewünschte Kontaminationen zu erkennen und zu verhindern.

Die Teillegalisierung hat außerdem dazu beigetragen, das Thema Cannabis in der Öffentlichkeit zu entstigmatisieren. Cannabis wird zunehmend als Medizin und nicht nur als Genussmittel gesehen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Stigma zu reduzieren und Cannabis als legitime Therapieoption anzuerkennen. Die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit hat dazu beigetragen, das Verständnis und die Akzeptanz von medizinischem Cannabis zu verbessern.

Zukünftige Herausforderungen: Trennung von medizinischem und freizeitlichem Cannabis

Mit der Teillegalisierung von Freizeitcannabis sind jedoch neue Herausforderungen aufgetaucht. Viele Gesundheitspraktiker:innen befürchten, dass die medizinische Bedeutung von Cannabis durch seinen Freizeitgebrauch in den Hintergrund gedrängt werden könnte. Es besteht die Sorge, dass Patient:innen sich für die Selbstmedikation durch Eigenanbau oder Clubanbau entscheiden könnten, was ihre Behandlung potenziell gefährdet.

Selbsttherapie mit Cannabis ohne medizinische Aufsicht kann zu einer falschen oder unzureichenden Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankungen führen. Falsche Dosierungen und Anwendungshäufigkeiten können Wechselwirkungen und Nebenwirkungen verursachen, was die Gesundheit der Patient:innen gefährdet. Außerdem unterliegt medizinisches Cannabis den Vorgaben in der EU-Monographie, die den Wirkstoffgehalt, die Reinheit und das Fehlen von Verunreinigungen sicherstellen. Diese Standards schützen die Patient:innen und gewährleisten die therapeutische Wirksamkeit.

Während selbst angebautes oder in Clubs angebautes Cannabis vermutlich sicherer ist als das vom Schwarzmarkt, ist es nicht zur medizinischen Behandlung gedacht und kann Gesundheitsrisiken wie mikrobielle Kontaminationen bergen, insbesondere für immungeschwächte Personen. Nicht nur die Produktqualität ist entscheidend, sondern auch die Nutzung unterscheidet sich drastisch. Patient:innen nehmen Cannabis zu medizinischen Zwecken typischerweise täglich ein, verwenden verschiedene Verabreichungswege und applizieren kontrollierte, niedrige Dosen, um ihre Symptome zu lindern. Sie leiden oft unter schlechter körperlicher Gesundheit, psychischem Wohlbefinden und allgemeiner Lebensqualität. Ihr Hauptziel ist die Linderung der Symptome, weniger der Rausch, was der Hauptunterschied zu Freizeitkonsumenten ist, die Cannabis hauptsächlich für Vergnügen, Entspannung und soziale Effekte verwenden.

Der Weg nach vorn

Während wir uns in dieser neuen Landschaft zurechtfinden, ist es entscheidend, eine klare Trennung zwischen medizinischem und freizeitlichem Cannabis aufrechtzuerhalten. Die Gewährleistung strenger Qualitätskontrollen und medizinischer Überwachung für medizinisches Cannabis wird die Gesundheit der Patient:innen schützen und die therapeutischen Vorteile dieser vielseitigen Pflanze sichern.

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Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Die Bedeutung der EU-Monographie als Qualitätsstandard für Cannabisblüten

Ab dem 1. Juli wird ein neuer Rahmen, die Cannabisblüten-Monographie der Europäischen Pharmakopöie (Ph. Eur.), in 39 Ländern implementiert, welcher einen Goldstandard für die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von medizinischen Cannabisprodukten setzt. Hier werden wir die Entwicklungen beleuchten, um die Auswirkungen zu verstehen und zu erörtern, was das für die Zukunft der medizinischen Cannabis-Therapie in der EU bedeutet.

Verbesserte Qualität und Sicherheit

EU-Monographien sind entscheidende Dokumente, die Qualitätsstandards für medizinische Produkte festlegen. Eine Monographie ist im Wesentlichen eine detaillierte schriftliche Vorgabe, die u.a Spezifikationen für die Identität, Reinheit und Qualität eines medizinischen Wirkstoffs liefert. Sie beinhaltet Tests, Verfahren und Akzeptanzkriterien, die in regulatorischen Kontexten rechtlich verbindlich und durchsetzbar sind.

Deutschland hat zusammen mit anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, eine Vorreiterrolle bei der Etablierung strenger Standards für medizinisches Cannabis eingenommen und damit maßgeblich den Rahmen für die gesamte EU beeinflusst. Die Entwicklung der Cannabisblütenmonographie für das Deutsche Arzneibuch (DAB) begann 2015, kurz nach der Ankündigung neuer gesetzlicher Regelungen für die medizinische Verwendung von Cannabisblüten und -extrakten. Die erste Fassung einer solchen Monographie wurde im Mai 2016 im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) veröffentlicht und später mehrfach überarbeitet.1 Diese strengen Standards, zusammen mit denen anderer führender europäischer Monographien wie der niederländischen, inspirierten die Entwicklung der neuen EU-Monographie der Ph. Eur., welche die Qualitätsanforderungen innerhalb der EU harmonisiert.

Im Oktober 2022 veröffentlichte die Ph. Eur. den ersten Entwurf ihrer neuen Cannabisblüten-Monographie, um Stellungnahmen von Interessengruppen einzuholen.2 Dieser inklusive Ansatz hatte zum Ziel, eine breitere Akzeptanz unter Herstellern, Gesundheitsdienstleistern und Patient:innen zu fördern.

Was steht in der neuen Cannabisblüten-Monographie?

Zentrale Aspekte des Monographs umfassen strikte Kontrollen über die chemische Zusammensetzung der Cannabisblüte. Zum Beispiel dürfen die Gehalte von Gesamt-Tetrahydrocannabinol (THC) und Gesamt-Cannabidiol (CBD) im Produkt nicht mehr als ±10 Prozent von den Angaben auf dem Etikett abweichen. Dies gewährleistet, dass Patient:innen Medikamente erhalten, die mit dem Verschriebenen übereinstimmen und sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit sicherstellen.

Zusätzlich spezifiziert die Eur. Ph., dass Fremdstoffe höchstens 2 % der Zubereitung ausmachen dürfen, und, dass verschriebene Cannabisblüten keine Samen oder Blätter länger als 1,0 cm enthalten dürfen. Diese Maßnahmen verhindern Verunreinigungen und sichern die Produktreinheit, können jedoch für einige Hersteller Herausforderungen darstellen.

Bemerkenswerte Revisionen innerhalb der EU-Monographie beinhalten die Erhöhung des zulässigen Trocknungsverlusts von 10 % auf 12 %. Zudem wurde Arsen neu als Schwermetall eingestuft, was zu deutlich strengeren zulässigen Grenzen für Schwermetallkontaminationen führt – eine positive Entwicklung, die die Patientensicherheit erhöht.

Rechtliche und regulatorische Auswirkungen

Die Ph. Eur. Cannabisblüten-Monographie, die bestehende nationale Monographien in Ländern wie Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz ersetzt, wird rechtlich bindend. Das bedeutet, dass mit der rechtsgültigen Veröffentlichung der Monografie alle medizinischen Cannabisprodukte in der EU diesen Standards entsprechen müssen. Diese Harmonisierung beseitigt Diskrepanzen in den Qualitätsstandards über Grenzen hinweg, erleichtert Analysen in Laboren und Apotheken sowie die Glättung von regulatorischen Prozessen und Marktbetrieben.

Diese aktualisierte EU-Monographie hat zwar für deutsche Patient:innen keine sonderlich großen Auswirkungen, da sie der deutschen sehr ähnelt; sie stellt aber einen entscheidenden Schritt zur einheitlichen Qualitätsnormierung in der EU dar und gewährleistet, dass alle medizinischen Cannabisprodukte strengen Richtlinien folgen, die die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung von Patient:innen priorisieren. Trotz der vielen Herausforderungen, mit denen sich Cannabispatient:innen konfrontiert sehen, wie Zugangsschwierigkeiten und das Stigma rund um die Therapie, sind wir durch diese kleinen, aber bedeutenden Verbesserungen ermutigt. Diese Änderungen versprechen, das therapeutische Erlebnis für Patient:innen in ganz Europa zu verbessern, indem sie sicherstellen, dass sie die sichersten und wirksamsten Behandlungen erhalten, die möglich sind.

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Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Cansativa Experten Dialog: Im Gespräch mit Melanie Dolfen, Apothekerin und Pionierin für Medizinalcannabis

Sie sind Apothekerin und Unternehmerin zugleich. Was treibt Sie an?

Zum einen stehe ich unter Spannung und versuche dabei, möglichst entspannt zu bleiben. Einerseits bin ich altmodisch und denke, eine Apothekerin hat mehr von einer Hausärztin als von einem Kaufmann. Analog zum Hausarzt sind wir für viele Menschen die Hausapotheke. Wir sind beratende Apotheken. Man kennt sich, man vertraut sich, gerade wo wir uns spezialisiert haben mit #kinkgesund und medizinal.com. Andererseits bin ich voll im Start-up-Modus. Wir arbeiten daran, die Apotheke neu zu erfinden. Als Unternehmerin interessiere ich mich für die personalisierte Medizin, die hoffentlich kommen wird. Individuelle Pharmazie begeistert mich! Da bin ich Aktivistin. Ich bin sehr kritisch mit Big Pharma und dem industriellen Blick auf Menschen und ihre Gesundheit. Dabei kann es nicht bleiben.

 

Einer Ihrer Schwerpunkte ist die Versorgung mit medizinischem Cannabis. Was waren für Sie als Apothekerin, aber auch als Unternehmerin die größten Herausforderungen in den letzten Jahren?

Medizinisches Cannabis hat sich noch immer nicht als seriöses Arzneimittel etabliert, was mich täglich vor große Herausforderungen stellt. Die größten Schwierigkeiten ergeben sich aus unserer Rolle als Apotheke, was wir deutlich an den Schikanen der Kassen, der Desinformation durch Verbände und der Pharma-PR spüren. Es herrscht die Auffassung, dass nur Therapien mit fertigen Arzneimitteln sinnvoll seien, was zu einem latenten Misstrauen gegenüber Patientinnen und Patienten führt, die angeblich nur standardisierte Industrieprodukte erhalten sollten. Dies untergräbt die Wertschätzung unserer pharmakologischen Expertise, obwohl wir genau wissen, wie diese Behandlungen wirken und wie sie den Betroffenen helfen können. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) scheinen gegen uns zu arbeiten und versuchen, die Therapie mit Cannabisblüten zu verdrängen. Dazu kommt, dass die Forschung zu Medizinalcannabis unzureichend ist, was die Situation weiter verschärft.

 

Was ist aus Ihrer Sicht der größte Irrglaube über Medizinal Cannabis?

Wir haben immer noch die gleichen Vorurteile. Ein großer Irrglaube ist, dass Cannabis, das geraucht werden kann, keine Medizin sein könne. Viele denken, Rezepte für Cannabisblüten seien nur für den Genuss. Doch das ist falsch. Mit dieser „gescheiterten Legalisierung“, so sehe ich sie, macht mir Kopfzerbrechen, weil ich befürchte, dass die Krankenkassen irgendwann damit durchkommen und die Blüten nicht mehr finanziert werden. (Das haben wir schon einmal verhindern können im Jahr 2023). Das wäre sehr schlecht für die schwerwiegend oder überwiegend schwerkranken Patientinnen und Patienten, denen das wirklich hilft.


Was hat sich für Sie seit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes verändert?

Das Chaos in den Apotheken ist größer. Es fällt uns schwer zu unterscheiden, wer Patient ist und wer Freizeitkonsument. Die Flut an minderwertiger Ware und das Aufkommen dubioser Online-Plattformen (und ich möchte sie nicht alle über einen Kamm scheren) erschweren unsere Arbeit zusätzlich. Wir haben es leider verpasst, hier eine richtige Trennlinie zu ziehen. Es ist nicht unsere Aufgabe als Apotheke zu entscheiden, ob jemand wirklich Patient ist oder ob der verschreibende Arzt legitim ist.

Natürlich ist es einfacher für Ärzte, sich dem Thema jetzt anzunehmen und Verschreibungen vorzunehmen. Doch trotz der Legalisierung hat sich in der Wahrnehmung der Menschen wenig verändert. Das Thema hat zwar gesellschaftlich Anklang gefunden, aber ob mehr von den bereits bekannten Ärzten oder neuen niedergelassenen Ärzten Engagement gezeigt wird, lässt sich schwer beurteilen.

​​

Warum ist für Sie die Legalisierung gescheitert?

Die Ankündigung, dass Deutschland legalisieren wird, hat dazu geführt, dass Hersteller Kapazitäten aufgebaut haben, für die es jetzt keinen legalen Markt gibt. Die zweite Säule der Legalisierung ist ja nicht gekommen. Die Kommerzialisierung hat nicht stattgefunden. Was in Cannabis-Shops hätte landen sollen, drückt nun in die Apotheken. Das hat dazu geführt, dass im Internet eine dubiose Infrastruktur entstanden ist, die Konsumenten zu Patienten deklariert. Im Moment fehlt die zweite Säule sehr deutlich. Ich stehe ​​für die Sache Medizinalcannabis als seriöses Arzneimittel durchzubringen und nicht Freizeitkonsumenten jetzt über Umwege zu beliefern. Ich möchte eine solide zweite Säule aufbauen, um dann zu diskutieren, wo Freizeitkonsumenten in Zukunft ihr Cannabis kaufen können.


Was würden Sie sich von der Bundesregierung für eine nachhaltige Stärkung und Weiterentwicklung der Versorgung mit medizinal Cannabis wünschen?

​​​Die Legalisierung bringt Medizinalcannabis massiv unter Druck, weil es die Politik versäumt hat, den Unterschied zu Freizeitcannabis klar zu regeln. Das muss dringend nachgeholt werden! Meiner Meinung nach sind mehr staatliche Qualitätskontrollen und deutlich mehr Forschung notwendig. Wir müssen daran arbeiten, damit wir verbindliche Indikationen festlegen können. Zudem ist eine bessere Anerkennung und Finanzierung der patientenindividuellen Apothekenarbeit erforderlich. ​​Unsere Expertise haben wir uns mühevoll und aus eigenem Antrieb erarbeitet, da im Studium nichts über Medizinalcannabis gelehrt wird. Diese Inhalte gehören definitiv in die Ausbildung von Ärzten und Apothekern.

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Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Sommer Highlights: Unsere Tipps für spannende Cannabis-Veranstaltungen

Der deutsche Cannabis-Event-Sommer 2024

Wir starten mit einem Klassiker – der Mary Jane, die vom 14. bis 16. Juni zum ersten Mal in ihrer neuen Heimat, der Messe Berlin, stattfindet. Bei den vielen Veranstaltungspunkten ist für alle etwas dabei: Auf der Messe präsentieren 400 verschiedene Unternehmen aus der Branche den erwarteten 40.000 Besucher:innen ihre Produkte und ihr Wissen rund um die Hanfpflanze. Noch inhaltlicher wird es auf der Konferenz mit Fachgesprächen, Podiumsdiskussionen und Keynote-Speeches, unter anderem mit Bundestagsabgeordneten. Für gute Stimmung sorgt ein eigenes Festival, bei dem verschiedene Live-Acts die drei Tage musikalisch begleiten.

Unter freiem Himmel kann man rund zwei Monate später bei der HAMCAN am 02. und 03. August in Hamburg viel Neues lernen: Auf der Konferenz berichten über 40 verschiedene Expert:innen aus Bereichen wie Medizinalcannabis, Industrie, Marketing, Anbau und Politik über ihre Erfahrungen und Themen. Einen guten Überblick über die neuesten Produkte aus der Cannabisindustrie können sich Besucher:innen schon vorher auf der Ausstellung im ehemaligen Hauptzollamts am Hamburger Hafen verschaffen.

Wem der Weg in den Norden zu weit ist, der kann sich vom 23. bis 25. August auf der Cannafair in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf über die neuesten Entwicklungen der Branche informieren. Auch wenn auf der Messe die Aussteller und die Begegnung im Vordergrund stehen, können sich Gäste auf der „Canference“ mit verschiedenen Cannabis-Expert:innen aus ganz Deutschland austauschen.

Von Expert:innen für Expert:innen

Auf der Cannabis Business Europe am 04. und 05. Juni in Frankfurt am Main können sich alle, die den Weg von Unternehmen im Bereich Cannabis, Hanf und CBD mitgestalten, austauschen. Als eine der größten Fachmesse bietet sie viele Möglichkeiten, sich mit anderen Unternehmen aus den Bereichen Anbau, Technologie, Vertrieb und Forschung zu vernetzen. Neues Wissen wird auch im Rahmen von Workshops und Vorträgen zu Themen wie nachhaltiger Anbau, Innovationen und rechtliche Rahmenbedingungen vermittelt.

Die Cannabis Business Expo, die vom 19. bis zum 21. September in Dortmund veranstaltet wird, bringt Branchenexpert:innen aus der gesamten Wertschöpfungskette – vom Anbau bis zum Vertrieb – zusammen. Zu den diesjährigen Themenschwerpunkte gehören auch die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum in Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie die Herausforderungen und Trends von Cannabis in der Medizin.

Grüne Entwicklungen in Europa

Während der deutsche Cannabis-Sommer bereits mit vielen Veranstaltungen überzeugt, lohnt sich auch ein Blick über den Tellerrand. So bietet sich für Wissenschaftler:innen im Bereich Cannabis ein Besuch des International Cannabonoid Research Society Symposium vom 30. Juni bis zum 05. Juli in Salamanca, Spanien an. Dort werden internationale Forschende in über 50 Vorträgen und mehr als 200 Posterpräsentationen ihre neuesten Erkenntnisse austauschen und diskutieren.

Für diejenigen, die eine Reise auf die britischen Inseln in Erwägung ziehen: Die Cannabis Europa am 25. und 26. Juni in London bietet Unternehmer:innen und Interessierten mit über 50 Ausstellern aus mehr als 37 Ländern einen Einblick in die Chancen und Herausforderungen der Cannabiswirtschaft.

Wer es besonders groß mag, kommt auf dem Cannafest in Prag vom 01. zum 03. November auf seine Kosten. Sie gilt als eine der weltweit größten Messe für Cannabis zu Freizeit- und medizinischen Zwecken. Gerade im Hinblick auf die neuen Pläne der tschechischen Regierung zur weiteren Entkriminalisierung von Cannabis aus dem letzten Jahr könnte es spannend sein, den Stand der Dinge vor Ort zu erfahren.

Wir freuen uns über die die vielen neuen Entwicklungen in der Cannabis-Welt und über die neue Dynamik, die das Cannabisgesetz in Deutschland ausgelöst hat und sind gespannt, wohin uns die Reise als Branche in den kommenden Monaten führen wird. Wir werden sicherlich auf der einen oder anderen Veranstaltung vertreten sein. Bis dahin – wir sehen uns!

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Jakob Sons

Gründer von Cansativa

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Das Cannabisgesetz: Was kann Regulierung leisten, was nicht?

Ein Gesetz – verschiedene Erwartungen und Voraussetzungen.

In den einzelnen Bundesländern gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen in der Drogenpolitik. Gleichzeitig sind die Entscheidungsträgerinnen und -träger in den Ländern mit kulturell sehr unterschiedlichen Wählergruppen konfrontiert. Entsprechend vielfältig sind die politischen Rahmenbedingungen. Durch den unterschiedlichen Umgang mit den Vorgaben des Konsumcannabisgesetzes erhoffen sich Landespolitikerinnen und -politiker einen größeren Einfluss auf die Konsumpraxis in ihren Bundesländern. Als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern spielen dementsprechend die verschiedenen Erwartungen der Bundesländer an die Umsetzung eine große Rolle für den Erfolg des Gesetzes. Es stellt sich daher die Frage, wie groß der Einfluss der unterschiedlichen Auslegungen am Ende wirklich sein wird.

Das CanG verbindet bewährte Regelungselemente mit neuen Elementen und Erfahrungswerten und überlässt die Umsetzung bewusst den Ländern. Auch deshalb bleibt die konkrete Praxis in den Ländern bislang unklar.

Die Teillegalisierung allein nimmt nur begrenzt Einfluss auf die gesellschaftliche Perspektive.

Die Teillegalisierung durch das CanG zeigt den grundsätzlichen Bedarf eines gesellschaftlichen Dialogs über Konsumgewohnheiten, Suchtprävention und die Entwicklungen auf dem illegalen Markt. Das Gesetz allein kann die gesellschaftliche Perspektive auf Cannabis jedoch nur begrenzt und über Zeit beeinflussen. Für einen aufgeklärten Umgang mit Cannabis braucht es noch sehr viel mehr. Es ist unerlässlich, dass wir als Gesellschaft sachlich und vorurteilsfrei über die Chancen und Risiken unseres neu gefundenen Regulierungsrahmens für Cannabis diskutieren. Eine nachhaltige Drogenpolitik setzt ein gemeinsames Problemverständnis, aber auch ein gemeinsames Verständnis der zur Verfügung stehenden Maßnahmen voraus.

Wie bei jeder politischen Neuerung ist die Arbeit mit dem Inkrafttreten des Gesetzes nicht getan, sondern fängt erst richtig an. Um den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Cannabis zu gestalten, bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Bereiche. Kultur, Bildung und Recht müssen Hand in Hand arbeiten, um ein Umfeld zu schaffen, in dem ein verantwortungsvoller Konsum möglich ist und problematischen Konsummustern wirksam vorgebeugt werden kann.

Letztlich wird der Erfolg der Teillegalisierung von Cannabis davon abhängen, ob es gelingt, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens für den Umgang zu finden. Dafür braucht es Zeit, Geduld und vor allem die Bereitschaft aller Beteiligten, aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen. Nur so kann eine Gesellschaft entstehen, in der Cannabis nicht mehr stigmatisiert wird, sondern ein selbstverständlicher und verantwortungsvoller Teil des Lebens sein kann.

Die Auswirkungen auf Schwarzmarkt und Verfügbarkeit müssen sich erst noch zeigen.

Das Cannabisgesetz hat sich zum Ziel gesetzt, die Schattenwirtschaft im Bereich des Cannabishandels zurückzudrängen und damit die Konsumentinnen und Konsumenten vor verunreinigten Substanzen zu schützen. Bisher war es nahezu unmöglich, die Qualität der auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Cannabisprodukte wirksam zu kontrollieren, was ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellte. Die hierfür geplanten Regulierungen wurden jedoch in zwei Schritte unterteilt, wobei insbesondere die kommerzielle Abgabe von Cannabis in eine spätere Phase verschoben wurde und noch nicht von dem Cannabisgesetz geregelt wird.

Aufgrund dieses Vorgehens ist es derzeit noch unklar, inwieweit das neue Gesetz tatsächlich in der Lage sein wird, den Schwarzmarkt zurückzudrängen. Diese Frage kann nach Ansicht von Expertinnen und Experten nur durch wissenschaftlich begleitete Modellprojekte verlässlich untersucht werden. Solche Projekte würden es ermöglichen, die Auswirkungen der Gesetzesänderung auf den illegalen Cannabishandel und die Verfügbarkeit der Substanz unter kontrollierten Bedingungen zu analysieren.

Es bleibt daher abzuwarten, ob die schrittweise Einführung des Cannabisgesetzes den gewünschten Effekt auf die Schattenwirtschaft haben wird. Um die Wirksamkeit des Gesetzes effektiv feststellen zu können, müssen zeitnah Modellprojekte in Deutschland durchgeführt und evaluiert werden.

In den kommenden Monaten müssen die Weichen gestellt werden, damit das erste Cannabisgesetz sein volles Potenzial entfalten kann – gegen den Schwarzmarkt, für mehr Jugend- und Verbraucherschutz, für eine effektive Prävention und für eine Gesellschaft, in der Aufklärung und Verantwortung Hand in Hand gehen.

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Jakob Sons

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Cannabis als Schönwetterthema – Über die richtige Verortung der Drogenpolitik

Was guter Drogen- und Gesundheitspolitik im Weg steht

Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker in der drogenpolitischen Debatte häufiger auf starken Gegenwind gestoßen sind. Die Diskussion wird oft emotional geführt und es fällt schwer, eine sachliche Ebene zu finden. Oft wird der Vorwurf der Klientelpolitik erhoben, die vorrangig die Interessen der Konsumierenden vertreten würde. Aber der implizite Vorwurf geht oft darüber hinaus: Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass das Thema Cannabis nur dann auf der politischen Agenda stehen sollte, wenn die politische Stimmung nicht von drängenden Themen beherrscht wird. Es entsteht der Eindruck, als ob die Cannabispolitik nur ein Randthema sei, das in Krisenzeiten keine Priorität haben dürfe; dass das Thema heiter sei und vermeintlich ernsteren Themen weichen müsse.

Gleichzeitig ist die Kritik emotional aufgeladen und verstärkt das bestehende Stigma gegenüber Cannabis als politisches Thema. Die Vorurteile und Klischees, die mit dem Konsum von Cannabis verbunden sind, erschweren eine vorurteilsfreie Debatte. Stigmata, Unwissenheit und etwaige (eigene) Erfahrungen mit dem Konsum von Substanzen sind tief verwurzelte Ursachen dieser abwertenden Haltung gegenüber dem Politikfeld der Drogenpolitik. Viele Menschen haben nach wie vor eine fest vorgefasste Meinung zu dem Thema, die oft auf Halbwissen und Vorurteilen basiert. Für eine sachliche Debatte und konstruktive Auseinandersetzung über eine gute Cannabispolitik, stellt diese Situation keine ideale Ausgangslage dar.

CanG als ein Moment der Professionalisierung

Die Diskussionen um das Cannabisgesetz scheinen eine kleine Wende herbeigeführt zu haben: In letzter Zeit wird vermehrt über konkrete Inhalte gestritten, gerade weil das Gesetz selbst diese Diskussionsgrundlage geschaffen hat. In diesen Diskursen wird deutlich weniger polemisiert und die Drogenpolitikerinnen und -politiker aller Parteien diskutieren die Reformvorschläge sachlicher. Die Debatte hat an Tiefe und Substanz gewonnen, was auf eine zunehmende Professionalisierung der beteiligten Akteure hindeutet. Es zeigt sich, dass die Komplexität des Themas abseits der großen Bühnen erkannt und ernst genommen wird.

Heute führen längst nicht mehr nur die Fachpolitiker:innen Gespräche über die Dynamiken um eine Verortung im Betäubungsmittelgesetz oder den Abbau von Hürden für die Medizinalcannabistherapie. Insbesondere am Ende des Gesetzgebungsprozesses wurde eine kritische Diskussion geführt, in der sowohl die Herausforderungen als auch die Möglichkeiten zu ihrer Bewältigung diskutiert wurden. Polemik – die es nach wie vor zur Genüge gibt – wirkte in dieser Diskussion allerdings eher als Ausschlusskriterium.

Was gute Cannabispolitik leistet

Dies ist ein zartes Pflänzchen der Hoffnung in einem Politikbereich, der bisher stark unter Pauschalisierungen gelitten hat. Die Cannabispolitik ist ein wesentlicher Bestandteil der Drogen- und Gesundheitspolitik und hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden in unserem Land. Niemand möchte die Prozesse missen, die uns heute den politischen Weg zu immer sichereren rechtlichen Rahmenbedingungen für eine zeitgemäße Drogenpolitik ermöglichen. Auch in der therapeutischen Anwendung wünscht sich niemand die Zeit vor 2017 zurück, bevor die Cannabistherapie in Deutschland einen allgemeinen gesetzlichen Rahmen erhielt.

Auch in Zukunft wird es in der Cannabispolitik darauf ankommen, gemeinsam möglichst spezifische Ansätze zu erarbeiten. Davon hängt ab, ob beispielsweise nüchterne Gelegenheitskonsumentinnen und -konsumenten in Zukunft gefahrlos am Straßenverkehr teilnehmen können, Minderjährige vor Drogenmissbrauch geschützt werden, bleibende Schäden nach dem Konsum vermieden werden und der Schwarzmarkt wirksam bekämpft werden kann. Das Cannabisgesetz war in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt, gerade weil es eine konkrete, sachpolitische Debatte anregen konnte. Nun gilt es, die anstehenden Reformen der Drogenpolitik in diesem sachpolitischen Geist weiterzuführen.

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Cansativa Experten-Dialog: Wachstum und Regulierung der medizinischen Cannabisindustrie in Deutschland

Viele von Ihnen sind bereits mit Roland vertraut. Roland Schneller, unser Geschäftsführer und COO, wurde vor fast zwei Jahren für unser Cannabis Briefing interviewt, als er als COO und Prokurist tätig war und sich auf die Logistik konzentrierte. Seitdem hat sich viel verändert – nicht nur für Sie in Ihrer Rolle bei Cansativa (herzlichen Glückwunsch!), sondern auch in Bezug auf Vorschriften, gesellschaftliche Wahrnehmungen, medizinische Fortschritte und natürlich innerhalb der Branche. Die Cansativa Group ist nun seit 7 Jahren tätig, seit 2017, als der Weg für medizinisches Cannabis in Deutschland erstmals geebnet wurde.
Roland, Sie sind jetzt seit fünf Jahren bei uns. Könnten Sie über Ihre Zeit bei Cansativa nachdenken? Welche Strategien haben sich als erfolgreich erwiesen, und welche vielleicht nicht? Und können Sie uns eine Erfahrung mitteilen, die Sie aus bedeutenden Rückschlägen gelernt haben?

Einer der Schlüsselfaktoren für unseren Erfolg ist sicherlich die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen in einem hochdynamischen Marktumfeld zu reagieren. Ein weiterer entscheidender Schritt war die frühzeitige Einführung eines modernen ERP-Systems. Diese technologische Grundlage ermöglicht es uns, jedes Produkt, das unsere Anlagen durchläuft, lückenlos zu verfolgen und zurückzuverfolgen. Durch die sorgfältige Dokumentation aller Produktbewegungen haben wir ein hohes Maß an Transparenz und Effizienz erreicht.

Außerdem hat sich unser kundenorientierter Ansatz als erfolgreich erwiesen und zu langfristigen, vertrauensvollen Beziehungen geführt. Die Bedürfnisse der Apotheken zu verstehen und sie in unseren Angeboten zu antizipieren, hat wesentlich zu einem optimierten Serviceportfolio beigetragen.

Natürlich gab es auch Herausforderungen. Anfänglich hatten wir mit Schwankungen in der Lieferkette zu kämpfen. Daraus haben wir gelernt, robustere Strategien zur Risikominderung zu entwickeln, wie z.B. die Nutzung mehrerer Bezugsquellen. Diese Diversifizierung hat nicht nur unsere Lieferkette stabilisiert, sondern auch unseren Ruf als zuverlässiger Partner gestärkt.

Was braucht es, um neue Geschäftsmodelle auf dem medizinischen Cannabismarkt zu entwickeln?

Es gibt mehrere Faktoren, die meiner Meinung nach entscheidend für unseren anhaltenden Erfolg sind. Erstens haben wir den Mut und die Fähigkeit, Geschäftsmodelle von Grund auf zu entwickeln und neue Märkte zu gestalten. Dieser Pioniergeist positioniert uns an der Spitze der Branchenentwicklung und ermöglicht es uns, an neuen Entwicklungen nicht nur teilzuhaben, sondern sie auch aktiv voranzutreiben.

Zweitens sind wir trotz unserer Größe sehr anpassungsfähig und können schnell auf veränderte Anforderungen reagieren. Diese Beweglichkeit ist in einer so dynamischen Branche wie der unseren von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es uns, Chancen zu ergreifen und Herausforderungen zu meistern, sobald sie entstehen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die umfassende Branchenkenntnis unseres Teams. Viele unserer Mitarbeiter sind seit der Gründung von Cansativa dabei und verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und tiefe Einblicke in unser Geschäft. Dieses kollektive Wissen ist von unschätzbarem Wert und bildet die Grundlage für unsere strategischen Entscheidungen und Innovationen.

Schließlich haben wir eine sehr schlanke und kosteneffiziente Struktur, die es uns ermöglicht, profitabel zu arbeiten. Diese finanzielle Stabilität gibt uns die Freiheit, in Wachstum und Verbesserungen zu investieren und gleichzeitig gegen Marktschwankungen gewappnet zu sein.

Was ist notwendig, damit medizinisches Cannabis als Industrie und Therapie mehr Aufmerksamkeit erhält?

In erster Linie sind verständliche und klar formulierte regulatorische Prozesse entscheidend, um eine schnellere Produktzulassung und Markteinführung zu ermöglichen. Langwierige und komplexe Regulierungsverfahren können derzeit Innovationen behindern und den Zugang zu Therapien verzögern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einführung einer einheitlichen Regelung für den Umgang mit medizinischem Cannabis in allen Bundesstaaten. Mögliche Diskrepanzen in den regionalen Vorschriften führen zu operativen Herausforderungen und Diskrepanzen beim Patientenzugang. Eine Harmonisierung der Vorschriften würde die Abläufe straffen und eine konsistentere Versorgung gewährleisten.

Darüber hinaus ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden und privaten Unternehmen in der Cannabisbranche unerlässlich. Solche Partnerschaften könnten die Entwicklung innovativer Lösungen erleichtern, die Prozesse rationalisieren, die Produktqualität verbessern und die Patientenversorgung optimieren. Sie würden auch zu fundierteren Regulierungsentscheidungen beitragen und sicherstellen, dass das Wachstum der Branche nachhaltig und verantwortungsbewusst ist und mit den Zielen der öffentlichen Gesundheit im Einklang steht.

Indem wir uns mit diesen Schlüsselfaktoren befassen, können wir ein Umfeld schaffen, das nicht nur das Wachstum der gesamten Branche fördert, sondern auch medizinische Cannabis-Therapien als anerkannte und wirksame Behandlungsoptionen etabliert, die in der Gesellschaft und unter medizinischen Fachleuten Aufmerksamkeit und Akzeptanz finden. Dies ist eine aufregende Zeit für die Branche, und es steht viel auf dem Spiel, um die Zukunft von medizinischem Cannabis in Deutschland positiv zu gestalten.

Sonst noch etwas?

Haben Sie spezielle Fragen oder Vorschläge für das Cannabis Briefing? Dann senden Sie uns eine E-Mail an briefing@cansativa.de. Wenn Sie daran interessiert sind, die Cannabisindustrie mit uns zu revolutionieren, dann bleiben Sie dran und verfolgen Sie unsere Briefings!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Mit legalisierenden Grüßen,

Jakob Sons

Gründer & Geschäftsführer Cansativa

Benedikt Sons

Gründer & Geschäftsführer Cansativa


Medizinisches Cannabis in Deutschland: Was ändert sich, was bleibt gleich?

Der 1. April dieses Jahres ist eine wichtige Zäsur in der deutschen Drogen- und Gesundheitspolitik. Mit dem Inkrafttreten des neuen Cannabisgesetzes wurde ein neues Kapitel in der Versorgung mit Medizinalcannabis aufgeschlagen, das sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Angehörige der Heilberufe und Apotheken weitreichende Verbesserungen mit sich bringt. In unserem heutigen Briefing möchten wir die Gelegenheit nutzen, die wichtigsten Änderungen für Patientinnen und Patienten aufzuschlüsseln.

Erleichterungen in der Verschreibungspraxis

Mit der Reklassifizierung, d. h. der Herausnahme aus dem Betäubungsmittelgesetz, wird Medizinalcannabis zu einem “normalen” verschreibungspflichtigen Arzneimittel. Damit einher geht eine grundlegende Vereinfachung des Verschreibungs- und Abgabeprozesses. Die neue Regelung sieht vor, dass Rezepte für Medizinalcannabis bei gesetzlich Versicherten bis zu 28 Tage und als Privatrezept bis zu drei Monate gültig sind. Bisher musste das Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) innerhalb von acht Tagen vorgelegt werden. Die neue Regelung gibt den Patienten mehr Flexibilität bei der Versorgung mit notwendigen Medikamenten, ohne den Druck, sofort eine Apotheke aufsuchen zu müssen.

Auch für die Apotheken bringt die Änderung Erleichterungen: Längere Einlösefristen und die Möglichkeit, im Notfall leichte Anpassungen oder Korrekturen an der Verschreibung vornehmen zu können, tragen zu einer sicheren und unkomplizierten Versorgung bei. Auch die Möglichkeit für Ärztinnen und Ärzte, Cannabis als reguläres (E)-Rezept auszustellen, dient der Erleichterung des Zugangs. Bei den Rezepten ist zu beachten, dass bestehende BtM-Rezepte voraussichtlich nicht mehr über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden können. Hier ist eine Korrektur der Verordnung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte erforderlich.

Aber nicht alle Veränderungen sind positiv – und vieles bleibt, wie es ist.

Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass das neue Gesetz nicht alle Herausforderungen im Umgang mit medizinischem Cannabis löst. Die Frage der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen bleibt vorerst unverändert. Zukünftig soll für Ärztinnen und Ärzte ausgewählter Fachbereiche und mit spezifischen Qualifikationen die Notwendigkeit einer Prüfung und Genehmigung durch die Krankenkassen entfallen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist mit der Ausarbeitung detaillierter Bestimmungen betraut. Ebenso besteht weiterhin die Notwendigkeit für Patientinnen und Patienten, den legalen Besitz von Cannabis nachzuweisen – insbesondere im Straßenverkehr und überall dort, wo eine klare Abgrenzung zum nicht-medizinischen Gebrauch notwendig sein könnte. Dies geschieht nach wie vor am besten z. B. durch den Ausdruck eines Rezeptes und bestenfalls durch eine Dokumentation der Verschreibung und der Applikationsmethode durch den behandelnden Arzt.

Das Cannabisgesetz sieht auch keine Neuregelung der Grenzwerte im Straßenverkehr vor. Die Empfehlung für den THC-Grenzwert zum Führen von Kraftfahrzeugen (3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum) ist bisher nur ein viel diskutierter Vorschlag. Ein Zeitplan für die gesetzliche Umsetzung eines neuen Grenzwertes steht noch aus.

Neu ist die Unsicherheit bezüglich des Zeitraums und des Ortes der Einnahme von Medizinalcannabis. Denn leider ist derzeit noch nicht klar, ob die Einnahmebeschränkungen im öffentlichen Raum für Konsumcannabis auch für Patientinnen und Patienten in einer Cannabistherapie gelten. Bis auf weiteres könnte es daher Missverständnisse vermeiden, sich auch als Cannabispatient an diese Einnahmebeschränkungen zu halten.


Das Cannabisgesetz ist dennoch ein großer Schritt in der Cannabistherapie

Trotz der offenen Fragen ist das neue Gesetz eine große Chance für die medizinische Anwendung von Cannabis. Es signalisiert einen Paradigmenwechsel nicht nur im administrativen Umgang mit dieser Therapieform, sondern auch in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Akzeptanz. Die vereinfachten Verfahren und der erleichterte Zugang zu medizinischem Cannabis sind ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Dieser Fortschritt ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen der Politik, der Akteure im Gesundheitswesen, aber auch der Cansativa Group und des gesamten Sektors, die auf diese Reform hingearbeitet haben. Es ist nun wichtig, genau zu beobachten, wie diese Reformen der Drogenpolitik, insbesondere auch die Konsumcannabisregelungen, mit Cannabis als Medizin interagieren und welche Auswirkungen sie auf die Therapiebedingungen, die Patientenversorgung und den individuellen und gesellschaftlichen Umgang mit der Therapie haben werden.

Auch wenn das Gesetz in Teilen nach wie vor kritisch gesehen wird, bietet gerade die Transparenz in Industrie und Medizin eine wichtige Schnittstelle, um bestehende Vorurteile abzubauen und ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung von Cannabis in der medizinischen Therapie zu fördern. Über allem steht das Ziel, das Wohl der Patientinnen und Patienten zu fördern. Wir blicken optimistisch in die Zukunft und sind überzeugt, dass die positiven Entwicklungen, die das neue Gesetz mit sich bringt, einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung leisten werden.

Sons(t) noch was?

Habt Ihr spezielle Fragen oder Anregungen für das Cannabis-Briefing? Dann schreibt uns eine Mail an briefing@cansativa.de. Wenn Ihr Interesse habt, mit uns die Cannabisbranche zu revolutionieren, dann bleibt dran und folgt unseren Briefings!

Wir wünschen eine gute Lektüre!

Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Cannabis-Briefing: Das CanG im Bundesrat

Wieso sprechen gerade alle über den Bundesrat?

Der Bundesrat ist eines der fünf Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und vertritt die Interessen der 16 Bundesländer auf Bundesebene. Seine Mitglieder sind keine gewählten Abgeordneten, sondern Mitglieder der Landesregierungen. Seine Zusammensetzung spiegelt die politischen Mehrheitsverhältnisse in den Ländern wider. Der Bundesrat spielt eine wichtige Rolle im Gesetzgebungsverfahren, insbesondere bei Gesetzen, die die Länder betreffen. Durch diese unmittelbare Vertretung der Länderinteressen und die daraus resultierende Arbeitsweise unterscheidet er sich vom Bundestag.

Am kommenden Freitag wird im Bundesrat über das Cannabisgesetz abgestimmt. Jedes Bundesland hat im Bundesrat eine Stimme, die je nach Bevölkerungszahl unterschiedlich gewichtet wird. Die Entscheidung wird nicht allein vom jeweiligen Ministerpräsidenten getroffen, sondern hängt von der Abstimmung innerhalb der jeweiligen Landesregierung ab. Ist sich eine Koalitionsregierung nicht einig, enthält sich das Land der Stimme. Das Cannabisgesetz ist ein Einspruchsgesetz, also nicht zustimmungspflichtig. Die Unterscheidung zwischen zustimmungsbedürftigen und nicht zustimmungsbedürftigen Gesetzen ist hier entscheidend, da sie darüber entscheidet, inwieweit der Bundesrat ein Gesetz blockieren oder seine Verabschiedung nur verzögern kann. Im regulären Verfahren kann der Bundesrat das Cannabisgesetz also verzögern, aber nicht verhindern.

Die inneren Strukturen des Bundesrates

Der Bundesrat verfügt über so genannte Ausschüsse. Diese haben die Aufgabe, Empfehlungen für das Verfahren in der Länderkammer zu erarbeiten. Diese Empfehlungen geben Aufschluss darüber, wie die Stimmung zu bestimmten Gesetzesvorhaben ist und welche Änderungen gegebenenfalls vorgeschlagen werden. Für das Cannabisgesetz sind vor allem die Empfehlungen der Ausschüsse relevant, die sich mit Gesundheitspolitik, Innenpolitik und Rechtsfragen beschäftigen. Die Empfehlungen können von voller Unterstützung bis zu deutlichen Änderungswünschen reichen und sind in der Regel ein wichtiger Indikator für das weitere Vorgehen des Bundesrates.

Kommt im Bundesrat keine Einigung zustande, wird auf Antrag der Vermittlungsausschuss eingeschaltet. Dieser besteht aus Mitgliedern des Bundestages und des Bundesrates und hat die Aufgabe, bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Kammern zu vermitteln. Der Ausschuss kann Änderungsvorschläge erarbeiten, über die dann erneut in beiden Kammern abgestimmt werden muss. Der Vermittlungsausschuss ist damit ein wichtiges Instrument zur Konsensfindung im Gesetzgebungsverfahren und soll eine rasche Einigung ermöglichen. Der Gesundheitsausschuss (G), der Ausschuss für Innere Angelegenheiten (In) und der Rechtsausschuss (R) dem Bundesrat, die Einberufung des Vermittlungsausschusses zu verlangen. Diese Empfehlungen der Ausschüsse sind jedoch nicht bindend.

Auf der Schwelle der Entscheidung

Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, in der es für die Branche wichtig ist, gut vorbereitet zu sein, Transparenz zu wahren und strategisch auf die nächsten wichtigen Ziele der Cannabisreform in Deutschland hinzuarbeiten.

Das Cannabisgesetz legt nicht nur wichtige Grundlagen für den nichtkommerziellen Anbau, sondern markiert auch einen Meilenstein im Umgang mit Medizinalcannabis in Deutschland. Es verspricht erhebliche Erleichterungen für behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten. Diese Entwicklungen zeigen: Eine umfassende Cannabisreform ist greifbarer denn je – vielleicht führt gerade das dazu, dass sich die skeptischen Stimmen in den Medien häufen, die ein Scheitern des Gesetzes prognostizieren.

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Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Wachstum und Regulierung in Deutschlands Medizinalcannabis-Industrie

Regelmäßige Leserinnen und Leser werden Roland bereits kennen. Roland Schneller ist unser Managing Director und COO und wir haben ihn für unser Cannabis-Briefing bereits vor fast zwei Jahren, damals noch in seiner Rolle als COO und Prokurist, zum Themenfeld Logistik befragt. Seitdem hat sich viel getan – nicht nur bei dir in deiner Rolle bei Cansativa (Gratuliere!), sondern auch regulativ, gesellschaftlich, medizinisch und natürlich in der Industrie. Dabei gibt es uns als Cansativa Group bereits seit 7 Jahren – nämlich seit 2017, als der Weg für Medizinalcannabis in Deutschland geebnet wurde.

Lieber Roland, du bist seit fünf Jahren bei uns, reflektiere mal die letzten Jahre bei Cansativa. Welche Strategien waren erfolgreich und welche vielleicht auch nicht? Kannst du eine Lernerfahrung aus signifikanten Misserfolgen mit uns teilen?

Einer der Schlüsselfaktoren für unseren Erfolg ist sicher die Fähigkeit, in einem sehr dynamischen Marktumfeld flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Ein weiterer entscheidender Schritt war die frühzeitige Einführung eines modernen ERP-Systems. Diese technologische Basis ermöglicht es uns, jedes Produkt, das unsere Anlagen durchläuft, lückenlos zu verfolgen und zurückzuverfolgen. Durch die sorgfältige Dokumentation aller Produktbewegungen haben wir ein hohes Maß an Transparenz und Effizienz erreicht.

Darüber hinaus hat sich unser kundenorientierter Ansatz bewährt und zu langfristigen, vertrauensvollen Beziehungen geführt. Die Bedürfnisse der Apotheken zu verstehen und im Angebot zu antizipieren, hat wesentlich zu einem optimierten Dienstleistungsportfolio beigetragen.

Natürlich gab es auch Herausforderungen. Anfangs hatten wir mit Schwankungen in der Lieferkette zu kämpfen. Daraus haben wir gelernt, robustere Strategien zur Risikominimierung zu entwickeln, wie zum Beispiel die Nutzung mehrerer Bezugsquellen, wo immer dies möglich ist. Diese Diversifizierung hat nicht nur unsere Lieferkette stabilisiert, sondern auch unseren Ruf als zuverlässiger Partner gestärkt.

Was braucht es, um im Medizinalcannabismarkt Vorreiter bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle zu sein?

Es gibt mehrere Faktoren, die meiner Meinung nach entscheidend für unseren anhaltenden Erfolg sind. Erstens haben wir Mut und die Fähigkeit, Geschäftsmodelle von Grund auf neu zu entwickeln und neue Märkte zu gestalten. Dieser Pioniergeist positioniert uns an der Spitze der Branchenentwicklung und ermöglicht es uns, nicht nur an neuen Entwicklungen teilzuhaben, sondern sie aktiv voranzutreiben.

Zweitens sind wir trotz unserer Größe immer noch sehr anpassungsfähig und können schnell auf sich ändernde Anforderungen reagieren. Diese Agilität ist in einer so dynamischen Branche wie der unseren von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es uns, Chancen zu nutzen und Herausforderungen zu meistern, wenn sie sich ergeben.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die umfassende Branchenkenntnis unseres Teams. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit den Anfängen von Cansativa dabei und verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz und tiefe Einblicke in unseren Betrieb. Dieses kollektive Wissen ist von unschätzbarem Wert und untermauert unsere strategischen Entscheidungen und Innovationen.

Schließlich haben wir eine sehr schlanke und kosteneffiziente Struktur, die es uns ermöglicht, profitabel zu wirtschaften. Diese finanzielle Stabilität gibt uns die Freiheit, in Wachstum und Verbesserung zu investieren und gleichzeitig widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen zu bleiben.

Was wird benötigt, damit Medizinalcannabis als Branche und als Therapie insgesamt mehr Aufmerksamkeit erfährt?

Zunächst sind nachvollziehbare und klar formulierte Regulierungsprozesse entscheidend, um eine schnellere Produktzulassung und Markteinführung zu ermöglichen. Langwierige und komplexe behördliche Verfahren können derzeit Innovationen behindern und den Zugang zu Therapien verzögern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einführung einer einheitlichen Regulierung für den Umgang mit medizinischem Cannabis in allen Bundesländern. Denkbare Diskrepanzen in den regionalen Vorschriften führen zu operativen Herausforderungen und Unstimmigkeiten beim Patientenzugang. Eine Harmonisierung der Vorschriften würde den Betrieb vereinfachen und eine gleichmäßigere Versorgung sicherstellen.

Darüber hinaus ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und privaten Unternehmen in der Cannabisbranche unerlässlich. Solche Partnerschaften könnten die Entwicklung innovativer Lösungen erleichtern, die die Abläufe optimieren, die Produktqualität verbessern und die Patientenversorgung verbessern. Sie würden auch zu fundierteren Regulierungsentscheidungen beitragen und sicherstellen, dass das Wachstum der Branche nachhaltig und verantwortungsvoll erfolgt, in Einklang mit den Zielen der öffentlichen Gesundheit.

Indem wir diese Schlüsselfaktoren adressieren, können wir ein Umfeld schaffen, das nicht nur das Wachstum der gesamten Branche fördert, sondern auch medizinische Cannabis-Therapien als anerkannte und wirksame Behandlungsmöglichkeiten etabliert, die Aufmerksamkeit und Akzeptanz in der Gesellschaft und bei medizinischen Fachkräften finden. Dies ist eine aufregende Zeit für die Branche, und es steht viel auf dem Spiel, um die Zukunft des medizinischen Cannabis in Deutschland positiv zu gestalten.

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Jakob Sons

Gründer von Cansativa

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