Cansativa Expert Dialogue: Hinter den Kulissen der Versorgung mit Medizinalcannabis

Wie kamst du zu deinem heutigen Verantwortungsbereich? 

Ich bin in Mörfelden-Walldorf aufgewachsen – genau dort, wo auch unser Standort liegt. Ich habe die Geschichte von Cansativa von Anfang an verfolgt und war früh begeistert, wie sich das Thema Medizinalcannabis entwickelt. Als sich dann die Möglichkeit ergab, einzusteigen, war für mich klar: Das ist nicht nur ein Job, sondern ein Stück Leidenschaft. Für mich war das schon irgendwie Schicksal. 

 

Was bedeutet dein Arbeitsalltag – gibt es eine Routine oder ist jeder Tag anders? 

Routine gibt es bei uns kaum. Wir befinden uns in einer sehr dynamischen Phase: neue Prozesse, steigende Volumina, sich wandelnde regulatorische Anforderungen – kein Tag ist wie der andere. 

Ich verantworte aktuell rund 17 Mitarbeitende, verteilt auf Logistik und Administration. Gleichzeitig wächst der Anspruch – nicht nur fachlich, sondern auch in der Führungsrolle. Wichtig ist: Änderungen darf man nicht über die Köpfe hinweg einführen. Man muss das Team mitnehmen. 

 

Wie stellt ihr die Qualität und Sicherheit in der Versorgung sicher? 

Wir arbeiten konsequent nach GMP (Good Manufacturing Practice) und GDP (Good Distribution Practice). Das heißt: Wir garantieren hundertprozentige Rückverfolgbarkeit, kritische Prozesse laufen stets im Vier-Augen-Prinzip, und unsere Lagerhaltung ist vollständig temperaturgeführt. Wir gehen bewusst über das hinaus, was gesetzlich gefordert ist. Wenn die Messlatte bei einem Meter vorgegeben ist, springen wir anderthalb Meter. Sicherheit, Qualität und Präzision sind für uns keine Nebenlinie, sondern Kern. Dazu kommen digitale Hilfsmittel wie Handscanner, die bei jeder Warenbewegung eingesetzt werden, um menschliche Fehler zu vermeiden. 

 

Welche technologischen oder operativen Innovationen stehen bei euch auf dem Radar für die Zukunft? 

 

Wir sehen großes Potenzial in der Digitalisierung unserer Prozesse. Beispielsweise evaluieren wir den Einsatz von KI-gestützten Kamerasystemen für automatisierte Qualitätskontrollen oder RFID-Technologien zur noch effizienteren Rückverfolgbarkeit über die gesamte Supply Chain hinweg. 

Damit so etwas funktioniert, müssen aber auch unsere Partner mitziehen – vom Hersteller bis zum Versand. Nur gemeinsam lässt sich diese Effizienzsteigerung realisieren. 

 

Wie entwickelt sich dein Team im Zuge des Wachstums – welches Mindset braucht es? 

Wir haben das Team in den vergangenen zwei Jahren grundlegend neu strukturiert. Damit einher ging das Heranführen vieler neuer Kolleg:innen mit großem Know-how. Jetzt geht es darum, ihre Impulse mehr einzubringen und gemeinsam die nächste Stufe zu definieren. 

Wir haben uns erfolgreich von einem kleinen Familienunternehmen zu einem strukturierten Mittelständler entwickelt – ohne dabei unsere Hands-on-Mentalität zu verlieren. Das ist eine spannende Phase, die viel Kommunikation und Vertrauen erfordert. 

 

Gibt es einen Moment oder ein Erlebnis im Lagerbetrieb, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist? 

Früher wurden unsere täglichen Lieferungen mit einem kleinen Thermowagen abgeholt. Heute fährt ein Sattelschlepper vor. Ich freue mich auf den Tag, an dem wir den komplett gefüllt haben – das wäre ein starkes Symbol dafür, wie viele Apotheken und Patient:innen wir inzwischen versorgen dürfen. Das zeigt, wie sehr sich unsere Arbeit und die gesamte Branche weiterentwickelt haben. 

 

Wir danken Adrian Vicente für das Gespräch und den Einblick in den Alltag zwischen Qualitätssicherung, Wachstum und Innovation. 

Der Cansativa Expert Dialogue macht deutlich: Exzellenz in der Versorgung mit Medizinalcannabis beginnt dort, wo Leidenschaft auf Präzision trifft. 


Evidenzbasiert behandeln: Neue Forschung zu Medizinalcannabis

Neue Wirkstoffklassen aus der Naturstoffchemie 

Ein Beispiel für innovative Grundlagenforschung stammt von Jung et al. (Pharmaceuticals 2025;18(4):521). Die Autor:innen isolierten erstmals zwei bislang unbekannte Cannabinoide – darunter cannabielsoxa – sowie Chlorin-Typ-Metabolite aus den Blüten von Cannabis sativa. Während klassische Cannabinoide in Zellkulturexperimenten starke Antitumor-Effekte gegen Neuroblastomzellen zeigten, eröffnen die Chlorin-Derivate einen völlig neuen Therapieansatz: Ihre lichtaktivierbaren Eigenschaften könnten in sogenannten photodynamischen Behandlungen genutzt werden, um Tumorzellen gezielt zu zerstören. Gerade für krebserkrankte Patient:innen, bei denen Standardtherapien an Grenzen stoßen, könnten diese neu entdeckten Wirkstoffe in Zukunft eine wertvolle Ergänzung sein. 

Langfristige Real-World-Daten aus Australien 

Die QUEST-Initiative liefert eindrucksvolle Real-World-Evidence. In einer prospektiven Kohorte von 2.353 Patient:innen, die Medizinalcannabis-Öl erhielten, verbesserten sich Lebensqualität und Symptome wie Schmerz und Fatigue nach wenigen Wochen und blieben über zwölf Monate hinweg stabil. Besonders bemerkenswert: 70 % der zuvor opioidabhängigen Teilnehmenden reduzierten ihre Opioiddosis oder setzten sie ganz ab. Solche praxisnahen Beobachtungen sind essentiell, um zu belegen, dass Medizinalcannabis nicht nur als letzte Rettung eingesetzt werden sollte, sondern als integraler Bestandteil einer modernen Schmerztherapie. 

Cannabis gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie 

Grimison et al. haben in einer großen Phase II/III-Studie untersucht, ob THC:CBD-Kapseln Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen lindern, die trotz Standard-Antiemese unter starkem Brechreiz litten. Die Proband:innen nahmen dreimal täglich 2,5 mg THC und 2,5 mg CBD oder Placebo ein. Das Ergebnis: Mit Cannabis-Extrakt stieg die Rate kompletter Kontrolle (kein Erbrechen, keine Rescue-Medikamente) von 8 % auf 24 % – ein statistisch signifikanter Zuwachs von 16 % (95 % CI 4–28; p = 0,01). Auch signifikante Übelkeitsphasen, tägliche Erbrechensanfälle und Lebensqualitätswerte verbesserten sich. Die Nebenwirkungen waren überwiegend mild (Sedierung, Schwindel, vorübergehende Angst), ohne schwere unerwünschte Ereignisse. Selbst moderate Dosen erweisen sich damit als wirksame Ergänzung zur Antiemese. 

Fazit & Ausblick 

Die vorgestellten Studien sind zwar nur ein Ausschnitt, aber erweitern unser Verständnis neue Therapiechancen – von innovativen Antitumor-Ansätzen bis zur Linderung therapiebedingter Nebenwirkungen. Gleichzeitig wird deutlich, wo die Prioritäten der Forschung liegen sollten: Die Lücke zwischen klinischen Studien und Versorgungsrealität zu schließen, damit Medizinalcannabis weiter an Präzision und Vertrauenswürdigkeit gewinnt und häufiger Eingang in den Verschreibungsalltag findet. 

Sons(t) noch was?

Habt Ihr spezielle Fragen oder Anregungen für das Cannabis-Briefing? Dann schreibt uns eine Mail an briefing@www.cansativa.de. Wenn Ihr Interesse habt, mit uns die Cannabisbranche zu revolutionieren, dann bleibt dran und folgt unseren Briefings!

Wir wünschen eine gute Lektüre!

Mit besten Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Cannabis und Schmerztherapie: Ein Bericht von den Schmerz- und Palliativtagen 2025

Cannabis und Chronische Schmerzen: Einblicke von den Schmerz- und Palliativtagen 2025

In der vergangenen Woche haben in Frankfurt die Deutschen Schmerz- und Palliativtage 2025 stattgefunden. Unter den zahlreichen Vorträgen und Workshops zog sich der Einsatz von Cannabinoiden wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Etwa 14 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Schmerzen – eine ernstzunehmende Volkskrankheit, die das tägliche Leben massiv beeinträchtigt und oft mit psychischen Belastungen einhergeht.1 Umso wichtiger ist es, dass der Einsatz von Cannabinoiden in der Schmerzmedizin zunehmend an Bedeutung gewinnt.  

Cannabinoide in der Schmerztherapie 

Cannabinoide wirken über das Endocannabinoid-System des Körpers, indem sie Entzündungen hemmen, Nervenreizungen dämpfen und die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflussen. In der Palliativmedizin lindern sie zusätzlich Übelkeit und verbessern den Schlaf. 

Ihre Wirkung entfalten Cannabinoide über zwei Hauptrezeptoren. CB1-Rezeptoren, die vor allem im zentralen Nervensystem vorkommen, hemmen die Neurotransmitterausschüttung und reduzieren dadurch die Schmerzwahrnehmung. CB2-Rezeptoren, die primär in Immunzellen lokalisiert sind, tragen zur Entzündungshemmung bei, indem sie die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine verringern.2 

Cannabinoide als Alternative oder Ergänzung zu Opioiden 

Studien belegen, dass Cannabinoide sowohl ergänzend als auch alternativ zu Opioiden eingesetzt werden können. Eine Patientenbefragung aus 2017 mit 2.897 Teilnehmern zeigt eindrucksvolle Ergebnisse. 78 % der Befragten berichteten von einer besseren Schmerzreduktion im Vergleich zur reinen Opioid-Therapie, 88 % empfanden das Nebenwirkungsprofil als günstiger und 97 % konnten ihre Opioid-Dosis senken. Diese Zahlen unterstreichen das Potenzial von Cannabinoiden, insbesondere um Opioid-assoziierte Risiken wie Abhängigkeit und Nebenwirkungen zu minimieren.3 

Regulatorische Herausforderungen und Zukunftsaussichten 

Das Motto des Kongresses lautete „Individualisierung statt Standardisierung“ – ein Ausdruck dafür, wie dringend wir die Kluft zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den spezifischen Bedürfnissen in der Schmerztherapie schließen müssen. Erfahrungsberichte aus der Praxis zeigen, dass Ärztinnen und Ärzte trotz wachsender Akzeptanz cannabinoidbasierter Medikamente oft mit strengen Vorschriften und komplexen Verfahren konfrontiert sind, bevor sie eine Verordnung über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ausstellen können. 

Daher ist es entscheidend, die Verschreibungsprozesse zu vereinfachen und Cannabinoide stärker in die etablierten Leitlinien der Schmerztherapie zu integrieren. Nur durch gezielte Forschung und den Abbau regulatorischer Hürden können wir sicherstellen, dass die Patienten die bestmögliche Unterstützung erhalten, die sie benötigen. 

Sons(t) noch was?

Habt Ihr spezielle Fragen oder Anregungen für das Cannabis-Briefing? Dann schreibt uns eine Mail an briefing@www.cansativa.de. Wenn Ihr Interesse habt, mit uns die Cannabisbranche zu revolutionieren, dann bleibt dran und folgt unseren Briefings!

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Mit besten Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Cannabis-Forschungsprojekte: Wegbereiter für eine fundierte Regulierung

Mit der ersten Ausgabe des neuen Jahres rücken wir ein zukunftsweisendes Thema ins Zentrum: Forschungsprojekte zu Genusscannabis. Während solche Studien in der Schweiz bereits seit etwa einem Jahr umgesetzt werden (siehe Cansativa Expert:innen-Dialog), können seit dem 11. Dezember auch in Deutschland Forschungsanträge bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Trotz der positiven Erfahrungen aus der Schweiz ist dieses Vorhaben hierzulande noch Neuland – viele Fragen sind offen. 

Die Rolle der Forschung im CanG
Das Cannabisgesetz (CanG), das seit April 2024 gilt, legt den rechtlichen Grundstein für wissenschaftliche Untersuchungen zum Konsum von Freizeitcannabis. Ziel ist es, datenbasierte Erkenntnisse zu sammeln, um die Auswirkungen auf Konsumierende, den Markt und die Gesellschaft besser zu verstehen. Tatsächlich handelt es sich um einen sehr konservativen Ansatz, der darauf abzielt, evidenzbasierte Entscheidungen zu fällen, bevor weitreichende politische Schritte eingeleitet werden.  

Vielfalt als Schlüssel zur Erkenntnisgewinnung
Kein einzelnes Modell kann die komplexen Zusammenhänge des Cannabiskonsums und -marktes vollständig abbilden. Deshalb setzen die Forschungsprojekte auf eine breite Palette von Ansätzen und Abgabemodellen. Unterschiedliche Regionen und Städte erproben Maßnahmen, um Aspekte wie Jugendschutz, Gesundheitsschutz und die Verdrängung des Schwarzmarkts zu untersuchen. Diese Vielfalt ist entscheidend, um gesellschaftliche, gesundheitliche und wirtschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Besonders die Analyse von Marktpotenzialen und Nachfragestrukturen bietet wertvolle Einblicke in die Auswirkungen regulierter Abgabeformen auf den Schwarzmarkt.  

Ein Startschuss für die Forschung 

Die Veröffentlichung der neuen Verordnung zur Cannabis-Forschung Mitte Dezember markiert den Beginn einer neuen Phase (mehr dazu in der Pressemitteilung des BMEL). Ab sofort können Kommunen, wissenschaftliche Institute und andere Akteure ihre Konzepte einreichen. Die zuständige Behörde wird entscheiden, welche Projekte umgesetzt werden. Bereits jetzt haben Städte wie Hannover, zwei Berliner Bezirke, Frankfurt  ihr Interesse signalisiert – ein Zeichen für den hohen Bedarf an fundierten Daten. Auch Cansativa plant ein Modellprojekt im Kreis Groß-Gerau, das die Abgabe über Apotheken umfasst (mehr dazu in der Pressemitteilung). 

Mehr als ein Experiment – eine Grundlage für nachhaltige Entscheidungen
Cannabis-Forschungsprojekte sind weit mehr als bloße Experimente. Sie schaffen die Basis für eine Regulierung, die sowohl gesundheitliche als auch gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt. Indem verschiedene Ansätze erprobt und analysiert werden, entstehen belastbare Daten für verantwortungsvolle politische Entscheidungen. 

Jetzt liegt es an allen Beteiligten – der Gesellschaft, der Wissenschaft und den politischen Entscheidungsträger:innen –, diese Chance zu nutzen. Gemeinsam können wir den Weg für eine fundierte und zukunftsorientierte Cannabis-Regulierung ebnen. 

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Mit besten Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Richtungswahl – Die Bedeutung der Bundestagswahl für die Zukunft der Cannabis-Regulierung

Das Jahr 2024 war ein Meilenstein für die Cannabisbranche in Deutschland. Die Streichung von Medizinalcannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz und der Start von Säule I haben wichtige Fortschritte ermöglicht. Auch zuletzt die Veröffentlichung der Verordnung zur Cannabis-Forschung neue Perspektiven und sorgt für mehr Planungssicherheit in wissenschaftlichen Vorhaben. Doch die politische Lage vor der Bundestagswahl im Februar 2025 sorgt für Nervosität in der Branche. Mit diesem Briefing blicken wir zurück auf das vergangene Jahr und wagen einen Ausblick: Wie wird die Wahl die Zukunft der Cannabisregulierung beeinflussen? 

Was steht auf dem Spiel? 

Die Bundestagswahl ist ein entscheidender Moment für die Branche. Die Union hat wiederholt angekündigt, das seit April geltende Cannabisgesetz rückgängig machen zu wollen. Eine klare Trennung zwischen freizeitlichem und medizinischem Cannabis wird dabei nicht immer deutlich kommuniziert. Dies könnte nicht nur den legalen Freizeitkonsum stoppen, sondern auch die Errungenschaften im Bereich Medizinalcannabis gefährden – wie die Erleichterungen in der Verschreibung für Ärzt:innen und Patient:innen. 

Gleichzeitig hat die Union in der Vergangenheit auf die Versorgungssicherheit von Medizinalcannabis hingewiesen. Es bleibt entscheidend, die Errungenschaften, die seit der Legalisierung von 2017 kontinuierlich erreicht wurden, zu garantieren und auszubauen. 

Szenarien für 2025: Fortschritt oder Rückschritt? 

Eine konservativ geführte Regierung könnte die bisherigen Fortschritte zurückdrehen. Dies würde nicht nur die Branche destabilisieren, sondern auch Patient:innen und Konsument:innen vor neue Herausforderungen stellen. Ein klares Bekenntnis zu stabilen und verlässlichen Rahmenbedingungen würde der Branche die Planungssicherheit geben, die sie benötigt. Investitionen könnten gesteigert, Arbeitsplätze gesichert und Deutschland als Innovationsstandort für Medizinalcannabis weiter gestärkt werden. 

Ein Blick ins Ausland 

Die internationale Entwicklung zeigt, dass die Akzeptanz von Cannabis als Medizin weiterwächst und die regulatorischen Rahmenbedingungen in vielen Ländern angepasst werden. Ein Beispiel dafür ist Dänemark, das seit 2018 ein erfolgreiches Pilotprogramm für Medizinalcannabis betreibt. Ursprünglich als zeitlich begrenztes Projekt geplant, hat die dänische Regierung kürzlich beschlossen, das Programm dauerhaft zu etablieren. Auch Tschechien macht einen bedeutenden Schritt nach vorn: Ab 2025 dürfen Allgemeinmediziner:innen erstmals Medizinalcannabis verschreiben. Diese Entscheidung ist Teil eines umfassenderen Plans, der den Zugang zu Medizinalcannabis erleichtern und die Versorgung für Patient:innen verbessern soll. Dieser Ansatz könnte den Weg für eine breitere Akzeptanz in der Gesellschaft ebnen und die therapeutischen Möglichkeiten erweitern. Deutschland hat das Potenzial, von diesen internationalen Entwicklungen zu profitieren. Die wachsende Nachfrage nach Medizinalcannabis, kombiniert mit einer starken Position als Exportnation, bietet enorme Chancen. Doch dafür sind langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend, um die Branche weiter zu stärken und auf globaler Ebene wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Ein gemeinsames Ziel 

Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig Zusammenarbeit und Austausch zwischen Patient:innen, Ärzt:innen, Apotheken und Unternehmen sind. Nur durch vereinte Anstrengungen kann sichergestellt werden, dass die Branche nicht auf den Stand vor April 2024 zurückgeworfen wird. Die Bundestagswahl wird die Richtung vorgeben.  

Zum Jahresausklang möchten wir uns herzlich bei allen Leser:innen des Cannabis-Briefings bedanken. 2024 war ein Jahr voller Herausforderungen und Chancen, in dem wir gemeinsam als Branche wichtige Schritte gegangen sind. Die anstehenden Wahlen werden 2025 entscheidend prägen – und wir alle können dazu beitragen, dass die Fortschritte der letzten Jahre nicht verloren gehen. Es liegt an uns, die Cannabisbranche mit innovativen Ideen, einem starken Gemeinschaftsgeist und unermüdlichem Einsatz weiterzuentwickeln. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Lieben frohe Feiertage, einen guten Rutsch ins neue Jahr und viele lichtvolle Momente. Lassen Sie uns 2025 mit Zuversicht und Entschlossenheit angehen! 

Sons(t) noch was?

Habt Ihr spezielle Fragen oder Anregungen für das Cannabis-Briefing? Dann schreibt uns eine Mail an briefing@www.cansativa.de. Wenn Ihr Interesse habt, mit uns die Cannabisbranche zu revolutionieren, dann bleibt dran und folgt unseren Briefings!

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Mit besten Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Zukunftsorientiertes Forschungsprojekt zu Konsumcannabis im Landkreis Groß-Gerau beabsichtigt

Groß-Gerau, 19.12.2024Der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan (Grüne) hat heute gemeinsam mit der Cansativa Group und Prof. Dr. Justus Haucap von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eine Absichtserklärung für ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt unterzeichnet. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Umgang mit Konsumcannabis zu untersuchen und damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Erkenntnisgewinnung zu leisten.

Am 19. Dezember 2024 versammelten sich Vertreter des Landkreises Groß-Gerau und die Projektpartner im Landratsamt, um den offiziellen Startschuss für das gemeinsame Forschungsprojekt zu geben. Erster Kreisbeigeordneter Adil Oyan (Grüne) unterzeichnete die Absichtserklärung gemeinsam mit der Cansativa Group und Prof. Dr. Justus Haucap.   

Bereits im Sommer 2024 hatte der Kreistag von Groß-Gerau mit einer breiten Mehrheit beschlossen, den Landkreis als Modellregion für den wissenschaftlichen Umgang mit Konsumcannabis zu positionieren. Dieser Beschluss bildete die politische Grundlage, um das Vorhaben voranzutreiben.  Während sich viele Städte bereits zu ähnlichen Vorhaben bekannt haben, ist Groß-Gerau der erste Landkreis in einer ländlichen Region, der ein solches Projekt umsetzt. Benedikt Sons, Co-Gründer und Geschäftsführer der Cansativa Group: „Wir freuen uns sehr, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft ein so zukunftsweisendes Projekt auf die Beine zu stellen. Groß-Gerau bietet durch seine Nähe zu Frankfurt und seine logistischen Vorteile ideale Bedingungen, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Konsumcannabis zu gewinnen. Als langjähriger Partner von Apotheken und Marktführer im Medizinalcannabis-Markt bringen wir die nötige Erfahrung mit, um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen.“   

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernimmt Prof. Dr. Justus Haucap, Wirtschaftswissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit Forschungsschwerpunkten in Marktanalysen, wirtschaftlichen Effekten und gesellschaftlichen Fragestellungen. Das Forschungsvorhaben wird neben der Analyse von Marktpotenzialen und Nachfragestrukturen einen zentralen Fokus auf die Auswirkungen regulierter Abgabeformen auf den Schwarzmarkt legen.  

Ein zentrales Element des Forschungsprojekts ist die Abgabe von Konsumcannabis über Apotheken. Apotheken sind für diese Aufgabe besonders geeignet, da sie durch ihre Erfahrung mit erklärungsbedürftigen medizinischen Produkten bereits eine hohe Kompetenz in der verantwortungsvollen Abgabe mitbringen. Die Abgabe über Apotheken gewährleistet strenge Qualitäts- und Alterskontrollen und garantiert, dass der Kinder- und Jugendschutz jederzeit sichergestellt ist. Gleichzeitig profitieren Konsument:innen von der fundierten Beratung und Aufklärung durch geschultes Fachpersonal.  Cansativa bringt hier als langjähriger Partner von Apotheken ein etabliertes Netzwerk mit, das bereits im Bereich Medizinalcannabis tätig ist. Diese Erfahrung fließt direkt in die Umsetzung des Forschungsprojekts ein und stellt sicher, dass höchste Standards in Qualität und Verbraucherschutz eingehalten werden.   

Apotheken, die Interesse an einer Teilnahme an diesem Forschungsprojekt haben, sind herzlich eingeladen, sich bei der Projektleitung zu melden. 

Das Forschungsprojekt ist Teil der wissenschaftlichen Erprobung des Umgangs mit Konsumcannabis in Deutschland. Mit der Verordnung nach § 2 Abs. 4 des Cannabisgesetzes (KCanG), die im Dezember 2024 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlicht wurde, wurde der rechtliche Rahmen für solche Vorhaben geschaffen. Das Ziel dieser Projekte ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über die gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer regulierten Abgabe von Konsumcannabis zu gewinnen. Ein Blick in die Schweiz zeigt, dass ähnliche Forschungsprojekte dort bereits erfolgreich laufen und erste Ergebnisse geliefert haben. In Deutschland ist es entscheidend, dass möglichst unterschiedliche Forschungsansätze und Regionen umgesetzt werden, um verschiedene Effekte umfassend zu untersuchen und fundierte Grundlagen für die Regulierung zu schaffen.   

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte das Projektteam:  

Katanja Kurth-Grieser 

Cansativa Group, Head of Legal  

fp-gg@www.cansativa.de, 0175 4037358