Wie kamst du zu deinem heutigen Verantwortungsbereich? 

Ich bin in Mörfelden-Walldorf aufgewachsen – genau dort, wo auch unser Standort liegt. Ich habe die Geschichte von Cansativa von Anfang an verfolgt und war früh begeistert, wie sich das Thema Medizinalcannabis entwickelt. Als sich dann die Möglichkeit ergab, einzusteigen, war für mich klar: Das ist nicht nur ein Job, sondern ein Stück Leidenschaft. Für mich war das schon irgendwie Schicksal. 

 

Was bedeutet dein Arbeitsalltag – gibt es eine Routine oder ist jeder Tag anders? 

Routine gibt es bei uns kaum. Wir befinden uns in einer sehr dynamischen Phase: neue Prozesse, steigende Volumina, sich wandelnde regulatorische Anforderungen – kein Tag ist wie der andere. 

Ich verantworte aktuell rund 17 Mitarbeitende, verteilt auf Logistik und Administration. Gleichzeitig wächst der Anspruch – nicht nur fachlich, sondern auch in der Führungsrolle. Wichtig ist: Änderungen darf man nicht über die Köpfe hinweg einführen. Man muss das Team mitnehmen. 

 

Wie stellt ihr die Qualität und Sicherheit in der Versorgung sicher? 

Wir arbeiten konsequent nach GMP (Good Manufacturing Practice) und GDP (Good Distribution Practice). Das heißt: Wir garantieren hundertprozentige Rückverfolgbarkeit, kritische Prozesse laufen stets im Vier-Augen-Prinzip, und unsere Lagerhaltung ist vollständig temperaturgeführt. Wir gehen bewusst über das hinaus, was gesetzlich gefordert ist. Wenn die Messlatte bei einem Meter vorgegeben ist, springen wir anderthalb Meter. Sicherheit, Qualität und Präzision sind für uns keine Nebenlinie, sondern Kern. Dazu kommen digitale Hilfsmittel wie Handscanner, die bei jeder Warenbewegung eingesetzt werden, um menschliche Fehler zu vermeiden. 

 

Welche technologischen oder operativen Innovationen stehen bei euch auf dem Radar für die Zukunft? 

 

Wir sehen großes Potenzial in der Digitalisierung unserer Prozesse. Beispielsweise evaluieren wir den Einsatz von KI-gestützten Kamerasystemen für automatisierte Qualitätskontrollen oder RFID-Technologien zur noch effizienteren Rückverfolgbarkeit über die gesamte Supply Chain hinweg. 

Damit so etwas funktioniert, müssen aber auch unsere Partner mitziehen – vom Hersteller bis zum Versand. Nur gemeinsam lässt sich diese Effizienzsteigerung realisieren. 

 

Wie entwickelt sich dein Team im Zuge des Wachstums – welches Mindset braucht es? 

Wir haben das Team in den vergangenen zwei Jahren grundlegend neu strukturiert. Damit einher ging das Heranführen vieler neuer Kolleg:innen mit großem Know-how. Jetzt geht es darum, ihre Impulse mehr einzubringen und gemeinsam die nächste Stufe zu definieren. 

Wir haben uns erfolgreich von einem kleinen Familienunternehmen zu einem strukturierten Mittelständler entwickelt – ohne dabei unsere Hands-on-Mentalität zu verlieren. Das ist eine spannende Phase, die viel Kommunikation und Vertrauen erfordert. 

 

Gibt es einen Moment oder ein Erlebnis im Lagerbetrieb, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist? 

Früher wurden unsere täglichen Lieferungen mit einem kleinen Thermowagen abgeholt. Heute fährt ein Sattelschlepper vor. Ich freue mich auf den Tag, an dem wir den komplett gefüllt haben – das wäre ein starkes Symbol dafür, wie viele Apotheken und Patient:innen wir inzwischen versorgen dürfen. Das zeigt, wie sehr sich unsere Arbeit und die gesamte Branche weiterentwickelt haben. 

 

Wir danken Adrian Vicente für das Gespräch und den Einblick in den Alltag zwischen Qualitätssicherung, Wachstum und Innovation. 

Der Cansativa Expert Dialogue macht deutlich: Exzellenz in der Versorgung mit Medizinalcannabis beginnt dort, wo Leidenschaft auf Präzision trifft.