Cansativa informiert - Praxisleitfaden zu MDR-Verdampfern und Cannabisextrakten

Praxisleitfaden zu MDR-Verdampfern und Cannabisextrakten

Medizinische Verdampfer eröffnen eine alternative Form der Cannabisversorgung und gewinnen im Apothekenalltag zunehmend an Bedeutung.

Mit der Aufnahme von Cannabisextrakten in unser Portfolio erweitern sich auch die therapeutischen und prozessualen Anforderungen an Beratung, Handhabung und Dokumentation.

Vor diesem Hintergrund haben wir auf Cansativa informiert neue exklusive Inhalte für Sie bereitgestellt.

In der Mediathek finden Sie ab sofort einen **Praxisleitfaden zu MDR-Verdampfern und Cannabisextrakten**. Ergänzend steht ein How-to-Video zur Verfügung, das Anwendung und Verarbeitung Schritt für Schritt veranschaulicht.

Der Praxisleitfaden bündelt zentrale Informationen zur sicheren, strukturierten und nachvollziehbaren Integration von Cannabisextrakten in bestehende Apothekenprozesse – mit Fokus auf MDR-konforme Systeme, Dos & Don’ts sowie aktuelle Produktübersichten.

Wir wünschen eine gute Lektüre und hilfreiche Impulse für den Apothekenalltag.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Fatih Aydin
Vice President External Affairs

Nicole Borges-Steeb
External Affairs Manager


Cansativa informiert – Politik Update Q1 2026

Politik Update Q1 2026

Die aktuellen regulatorischen Entwicklungen rund um Medizinalcannabis zeigen eine deutliche Tendenz: Die politische Debatte hat sich von Fragen rund um Zugangsbeschränkungen, etwa Telemedizin und Versand, zunehmend hin zu Qualität und Compliance verlagert.

Diese Erwartung wurde auch in der öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses am 14. Januar 2026 bestätigt.

Wir erwarten eine Struktur, die regulierte, apothekenzentrierte und ärztlich geführte Versorgungsmodelle stärkt.

Ein kompaktes Update zu den aktuellen Ereignissen finden Sie ab sofort in der Mediathek.

Wir wünschen eine gute Lektüre und hilfreiche Einblicke in die aktuellen regulatorischen Entwicklungen.

Mit freundlichen Grüßen,

Fatih Aydin
Vice President External Affairs

Nicole Borges-Steeb
External Affairs Manager


Agenda 2026: Relevante Cannabis-Events für Medizin, Wirtschaft und Versorgung

Medizinische Kongresse & wissenschaftlicher Austausch

Der medizinische Bereich bleibt einer der dynamischsten Treiber der Branche. Dabei ist 2026 klar zu unterscheiden zwischen spezifischen Medizinalcannabis-Fachkongressen und medizinischen Leitkongressen, in denen Medizinalcannabis zwar nicht ausschließlich, aber als relevanter Bestandteil einzelner Therapiegebiete – insbesondere in der Schmerz- und Palliativmedizin – verhandelt wird.

Vor diesem Hintergrund ist 2026 zwischen spezifischen Medizinalcannabis-Fachkongressen und medizinischen Kongressen zu unterscheiden, bei denen Medizinalcannabis erwartbar Teil des Programms ist. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund der laufenden Reformdiskussionen im MedCanG-Bereich und der fortschreitenden Integration von Cannabisarzneimitteln in die Versorgung von besonderer Bedeutung.

Medizinalcannabis-spezifische Fachkongresse

  • Medicinal Cannabis Congress | 28.–29. Mai 2026 | Berlin
    Einer der führenden Fachkongresse zu Medizinalcannabis in Deutschland. Im Fokus stehen klinische Evidenz, neue Indikationen, regulatorische Entwicklungen sowie praktische Erfahrungen aus ärztlicher und pharmazeutischer Perspektive.
  • BPC Fachsymposium | Herbst 2026 | Ort tba
    Fachveranstaltung mit Schwerpunkt auf evidenzbasierten Cannabinoid-Therapien, Leitlinienentwicklung und klinischer Anwendung.

Medizinische Kongresse mit potenziellen Medizinalcannabis-Schwerpunkten

  • Deutsche Schmerz- und Palliativtage | 19.–21. März 2026 | Frankfurt
    Zentrale Plattform für Schmerz- und Palliativmedizin, auf der Medizinalcannabis insbesondere bei chronischen Schmerzen und in der palliativen Versorgung eine wachsende Rolle spielt.
  • 16. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin | 23.–26. September 2026 | Freiburg
    Breites wissenschaftliches Programm zur Palliativversorgung, inklusive aktueller Entwicklungen beim Einsatz von Cannabisarzneimitteln.
  • Deutscher Schmerzkongress 2026 | 21.–24. Oktober 2026 | Mannheim
    Einer der wichtigsten deutschsprachigen Kongresse zur Schmerzmedizin mit zunehmender Relevanz für cannabinoidbasierte Therapien.

 

Business-, Industrie- & Investorenveranstaltungen

Für Unternehmen, Investor:innen und politische Akteur:innen bleibt 2026 ein entscheidendes Jahr. Internationale und nationale Business-Events bieten Raum für Marktanalysen, strategische Partnerschaften und regulatorische Einordnung.

  • Talman House Zurich | 20. Februar 2026 | Zürich, Schweiz
    Exklusives Business-Format mit Fokus auf strategischen Austausch, Markttrends und internationale Perspektiven der Cannabisindustrie.
  • Talman House Berlin | 13. April 2026 | Berlin
    Business-Event im politischen Zentrum Deutschlands mit Schwerpunkt auf Regulierung, Marktstruktur und Vernetzung relevanter Branchenakteur:innen.
  • ICBC Berlin | 13.–15. April 2026 | Berlin
    Führende internationale Business-Konferenz für die deutsche Cannabisbranche. Zentrale Plattform für Austausch zwischen Industrie, Politik und Investor:innen.
  • World Class Cannabis Business Europe | 19.–20. Mai 2026 | Frankfurt
    Internationale Konferenz mit Schwerpunkt auf Geschäftsmodellen, Investitionen und regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa.
  • CB Expo – Business | 15.–17. September 2026 | Dortmund
    Deutsche Fachmesse für die Cannabiswirtschaft mit Fokus auf Industrie, Start-ups und Marktintegration.
  • MJBizCon | 1.–4. Dezember 2026 | Las Vegas, USA
    Größte Cannabis-Messe weltweit und internationaler Pflichttermin für alle, die globale Marktentwicklungen verstehen und mitgestalten wollen.

 

Apotheken- & versorgungsrelevante Veranstaltungen

Mit der zunehmenden Bedeutung von Medizinalcannabis in der Regelversorgung rücken Apotheken und pharmazeutische Akteur:innen weiter in den Fokus.

  • Expopharm | 15.–17. September 2026 | München
    Leitmesse für den Apothekenmarkt. Medizinalcannabis spielt hier eine wachsende Rolle, insbesondere im Hinblick auf Versorgung, Beratung und Distribution.
  • Deutscher Apothekertag 2026 | parallel zur Expopharm | München

Zentrales berufspolitisches Forum der deutschen Apothekerschaft. Beschlüsse und Debatten haben unmittelbare Auswirkungen auf die apothekerliche Praxis.

Ergänzend: Veranstaltungen mit Freizeit- & Community-Fokus

Auch 2026 finden zahlreiche Events statt, die sich stärker an Freizeitkonsument:innen und die Community richten. Sie sind Ausdruck der kulturellen und gesellschaftlichen Dimension der Branche: Cannatrade (29.05.-31.05.2026 in Zurich), Mary Jane Berlin (11.–14. Juni 2026 in Berlin), Cannafair (21.–23. August 2026 in Meerbusch), Cannafriends (25.–27. September 2026 in Ilsede).

Die Vielzahl der Veranstaltungen zeigt: Die Cannabisbranche bleibt auch 2026 in Bewegung. Medizinische Innovationen, regulatorische Weichenstellungen und wirtschaftliche Entwicklungen greifen zunehmend ineinander.

Wir freuen uns darauf, diese Themen im Laufe des Jahres weiter zu begleiten und auf den kommenden Veranstaltungen mit vielen von euch persönlich ins Gespräch zu kommen.

Sons(t) noch was?

Habt Ihr spezielle Fragen oder Anregungen für das Cannabis-Briefing? Dann schreibt uns eine Mail an briefing@www.cansativa.de. Wenn Ihr Interesse habt, mit uns die Cannabisbranche zu revolutionieren, dann bleibt dran und folgt unseren Briefings!

Wir wünschen eine gute Lektüre!

Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Ausblick 2026: Regulierung, Markt und politische Weichenstellungen in Deutschland

Politischer Ausblick: MedCanG im parlamentarischen Verfahren 

Im Fokus der gesundheitspolitischen Debatte steht zu Beginn des Jahres die geplante Reform des Medizinalcannabisgesetzes (MedCanG). Nach Vorlage des Referentenentwurfs im Sommer 2025 befindet sich das Vorhaben nun im parlamentarischen Verfahren. 

Am 14. Januar 2026 ist die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages angesetzt. Auf dieser Grundlage ist mit Änderungen am Gesetzentwurf zu rechnen, bevor dieser in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beraten wird. Im Anschluss steht die Befassung des Bundesrates an. Nach derzeitigem Stand wird ein Inkrafttreten zu Beginn des zweiten Quartals 2026 erwartet – vorbehaltlich weiterer politischer Anpassungen im Gesetzgebungsverfahren. Der weitere Verlauf wird davon abhängen, inwieweit Versorgungsgesichtspunkte, Rechtssicherheit für Ärzt:innen und Apotheken sowie die praktische Umsetzbarkeit im parlamentarischen Prozess berücksichtigt werden. 

 

KCanG-Evaluation: Erweiterter Bericht im Frühjahr erwartet 

Neben dem Medizinalbereich bleibt auch der Konsumcannabis politisch relevant. Für April 2026 wird der erweiterte Evaluationsbericht zum Konsumcannabisgesetz (KCanG) erwartet, nachdem im Vorjahr ein erster Zwischenbericht veröffentlicht wurde. 

Der Bericht dürfte erneut eine wichtige Grundlage für die politische Bewertung der Reform liefern. Abhängig von den Ergebnissen ist nicht auszuschließen, dass auch im Konsumbereich Nachsteuerungen diskutiert werden – etwa mit Blick auf Zugangswege, Genehmigungsverfahren für Anbauvereinigungen oder die bislang ausgebliebenen Modell- und Forschungsprojekte. Damit bleibt das Jahr 2026 auch für den Freizeitbereich ein Jahr der politischen Beobachtung und potenziellen Anpassung. 

 

Marktentwicklung: Stabilisierung und Professionalisierung 

Nach den dynamischen Wachstumsphasen der vergangenen Jahre dürfte sich der deutsche Medizinalcannabismarkt 2026 weiter stabilisieren und professionalisieren. Die Nachfrage wird voraussichtlich auf hohem Niveau verbleiben, getragen durch eine wachsende Patientenzahl, zunehmende Verordnungssicherheit und die fortschreitende Integration in die Regelversorgung, gestützt durch zunehmende Forschung in bestehenden Anwendungsfeldern wie der Geriatrie. 

Auch unter regulatorischen Vorbehalten bestehen für Marktakteure weiterhin belastbare Entwicklungsperspektiven. Telemedizinische Versorgungsmodelle und der Versandhandel stehen zwar politisch unter Beobachtung, haben jedoch wesentlich zur Markterschließung und Versorgungssicherheit beigetragen und prägen die Versorgungsrealität. Apotheken festigen ihre Rolle als zentrale Schnittstelle zwischen Patient:innen, Ärzt:innen und Herstellern und profitieren von steigender Routine in Abgabe, Beratung und Logistik. Die Importvolumina dürften sich auf einem hohen Niveau einpendeln und damit eine verlässliche Grundlage für Versorgung und Planung bieten. 

Der Konsumcannabisbereich bleibt hingegen außerhalb marktwirtschaftlicher Strukturen. Mangels genehmigter Modell- oder Forschungsprojekte entstehen keine kommerziellen Wertschöpfungsketten. Die Cannabis-Anbauvereinigungen sind nicht gewinnorientiert ausgestaltet und erfüllen ausschließlich die Versorgung ihrer Mitglieder.  

 

Ein Jahr der Entscheidungen 

Das Jahr 2026 steht weniger für einen Neubeginn als für die Weiterentwicklung der Cannabisregulierung in Deutschland. Nach dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im Jahr 2024 zeigt sich, dass Regulierung kein abgeschlossener Zustand ist, sondern sich schrittweise weiterentwickelt. Mit der anstehenden MedCanG-Reform und der erweiterten KCanG-Evaluation stehen wichtige Weichenstellungen bevor, und eine Branche, die sich inzwischen darauf eingestellt hat, mit Veränderung konstruktiv umzugehen. 

Sons(t) noch was?

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Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Das Jahr 2025 – Cannabispolitik zwischen Entkriminalisierung und Re-Regulierung

Konsumcannabis: Entkriminalisierung mit messbaren Effekten

Mit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im April 2024 wurde der Konsum von Cannabis in Deutschland erstmals umfassend neu geregelt. Ein zentraler Anspruch der Reform war es, Konsum zu entkriminalisieren und zugleich gesundheitspolitisch verantwortungsvoll zu steuern. Der erste Zwischenbericht der von der Bundesregierung eingesetzten ECOCAN-Evaluationsgruppe lieferte im Herbst ein Jahr später erste wichtige Erkenntnisse.

Ein Anstieg des Konsums bei Kindern und Jugendlichen konnte nicht festgestellt werden. Auch andere häufig geäußerte Befürchtungen wie etwa eine Eskalation des öffentlichen Konsums oder deutliche Belastungen für Kommunen, finden in den bisherigen Daten keine Bestätigung. Damit stützt die Evaluation zentrale Annahmen der Reform und liefert erstmals eine belastbare empirische Grundlage für die weitere politische Debatte.

 

Begrenzte Zugangswege und ausbleibende Modellprojekte

Gleichzeitig macht der Evaluationsbericht deutlich, dass die praktische Umsetzung im Konsumbereich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Insbesondere die legalen Zugangswege sind bislang stark begrenzt. Cannabis-Anbauvereinigungen haben vielerorts mit komplexen Genehmigungsverfahren zu kämpfen, die Zahl tatsächlich zugelassener Clubs bleibt deutlich hinter den ursprünglichen Planungen zurück.

Hinzu kommt, dass kein einziges der vorgesehenen Forschungsprojekte genehmigt wurde, obwohl zahlreiche Anträge eingereicht worden waren. Damit fehlen bislang genau jene kontrollierten Strukturen, die nicht nur den Zugang verbessern, sondern auch zusätzliche Erkenntnisse für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Regulierung liefern könnten – im deutlichen Kontrast zu Ländern wie der Schweiz, wo entsprechende Projekte bereits seit etwa einem Jahr erfolgreich laufen.

Die Folge: Der legale Freizeitmarkt kann die bestehende Nachfrage nur eingeschränkt auffangen.

 

Medizinalcannabis: Entlastung, Normalisierung und neue Dynamik

Im medizinischen Bereich markierte das neue Gesetz ebenfalls eine große Veränderung.  Mit der Herausnahme von Medizinalcannabis aus dem Betäubungsmittelrecht wurde ein langjähriger Reformschritt vollzogen, der Zugangshürden gesenkt und die Versorgung normalisiert hat. Für Patient:innen und Ärzt:innen bedeutet dies grundsätzlich mehr Handlungsspielraum, weniger Stigmatisierung und eine stärkere Integration in die Regelversorgung.

Gleichzeitig befand sich das System in diesem Jahr weiterhin in einer Anpassungsphase. Regressängste und Unsicherheiten in der Verordnungspraxis, insbesondere bei Kassenpatient:innen, bestehen fort. Dennoch ist unübersehbar, dass sich Medizinalcannabis immer mehr von einem Nischenprodukt zu einem relevanten Versorgungssegment entwickelt hat.

 

Marktwachstum, Telemedizin und regulatorischer Nachsteuerungsbedarf

Dieses Wachstum zeigt sich insbesondere in stark gestiegenen Importzahlen sowie in der raschen Entstehung zahlreicher telemedizinischer Versorgungsangebote. Digitale Plattformen haben für viele Patient:innen erstmals einen niedrigschwelligen Zugang zu ärztlichen Verordnungen ermöglicht und immer mehr Apotheken mit Versandlizenz liefern viele Medikamente direkt vor die Haustür.

Die neue Bundesregierung hat diese Dynamik aufgegriffen und im Sommer 2025 einen Referentenentwurf zur Änderung des MedCanG vorgelegt. Mit dem geplanten Verbot von Telemedizin und Versand zielt die Reform weniger auf eine strukturelle Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung als auf eine stärkere Begrenzung und Kontrolle von Zugangswegen. Damit rückt der medizinische Bereich erneut in den Fokus ordnungspolitischer Debatten – trotz seiner primären Verankerung im Gesundheitswesen.

(Der Gesetzentwurf steht heute, den 18. Dezember, um 21:55 Uhr auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestages. Wer zuschauen möchte, kann die Debatte live über das Parlamentsfernsehen verfolgen.)

Ein System im Praxistest

Die bisherigen Entwicklungen zeigen, wie eng Marktmechanismen, Versorgungspraxis und politische Steuerung miteinander verwoben sind – und wie schnell Ungleichgewichte entstehen, wenn einzelne Bereiche nur eingeschränkt funktionieren.

Das kommende Jahr wird daher entscheidend dafür sein, ob es der Politik gelingt, einen regulatorischen Rahmen zu finden, der den unterschiedlichen Realitäten gerecht wird: einem wachsenden Markt, einer heterogenen Patientenschaft – sowohl in der GKV als auch im Selbstzahlerbereich –, den Apotheken als zentralen Versorgungsakteuren sowie den verschreibenden Ärzt:innen, die sich weiterhin zwischen Versorgungsauftrag und rechtlicher Unsicherheit bewegen.

 

Zum Jahresausklang wünschen wir Ihnen besinnliche Feiertage im Kreis Ihrer Familie und Erholung vom politischen und beruflichen Alltag. Gesundheit bleibt – unabhängig von regulatorischen Debatten – das höchste Gut.

Wir danken allen Leser:innen des Cannabis Briefings, die uns über das Jahr hinweg begleitet haben. Es freut uns, diesen Weg gemeinsam gegangen zu sein und die Entwicklungen rund um Cannabis kontinuierlich einordnen zu dürfen. Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr und freuen uns auf den weiteren Austausch.

Sons(t) noch was?

Habt Ihr spezielle Fragen oder Anregungen für das Cannabis-Briefing? Dann schreibt uns eine Mail an briefing@www.cansativa.de. Wenn Ihr Interesse habt, mit uns die Cannabisbranche zu revolutionieren, dann bleibt dran und folgt unseren Briefings!

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Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Cansativa informiert - Erste Lesung im Bundestag

Einordnung: Erste Lesung im Bundestag

17. Dezember 2025

An dieser Stelle möchten wir Sie über die aktuellen Ereignisse im parlamentarischen Verfahren informieren.

Das Gesetz zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes steht morgen, Donnerstag, den 18. Dezember 2025, auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestages.

Die erste Lesung ist die erste öffentliche Debatte zum Gesetzentwurf. In diesem Rahmen tragen die Fraktionen ihre Positionen und Argumente vor. Beschlossen wird dabei noch nichts. Im Anschluss geht der Entwurf in den Gesundheitsausschuss, wo die Inhalte geprüft und mögliche Änderungen vorbereitet werden.

Wie geht es danach weiter?

Nach aktuellem Stand ist folgender Ablauf zu erwarten:

  • 18. Dezember 2025: Erste Lesung im Bundestag
  • Januar 2026: Überweisung in den Gesundheitsausschuss
  • Januar bis Februar 2026: Ausschussberatungen inklusive möglicher Anhörungen
  • Februar 2026: Zweite und dritte Lesung im Bundestag
  • Anschließend: Befassung des Bundesrates
  • Frühestens Q2 2026: Inkrafttreten der Gesetzesänderungen

Die Zeitangaben stehen unter dem Vorbehalt des weiteren parlamentarischen Verlaufs.

In der Mediathek haben wir Ihnen ergänzend eine Grafik über die nächsten Schritte im politischen Prozess hinterlegt.

Wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen im Gesetzgebungsprozess auf dem Laufenden und wünschen eine erfolgreiche Restwoche sowie einen guten Start in die Feiertage.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Fatih Aydin
Vice President External Affairs

Nicole Borges-Steeb
External Affairs Manager


Cansativa informiert – Webinar-Aufzeichnung und E-Mail-Vorlage verfügbar

Webinar-Aufzeichnung und E-Mail-Vorlage verfügbar

In der vergangenen Woche haben wir mit großer Beteiligung unser erstes Webinar durchgeführt. Über 60 Apotheken haben teilgenommen. Vielen Dank für Ihr Interesse, die offenen Fragen und den konstruktiven Austausch.

Mit Blick auf das kommende Jahr haben wir im Webinar die anstehende Reform des Medizinalcannabisgesetzes eingeordnet und aufgezeigt, wie Apotheken sich fundiert in den politischen Dialog einbringen können.

Ab sofort stehen Ihnen die Webinar-Aufzeichnung sowie die E-Mail-Vorlage zur Ansprache der Lokalpolitik in der Mediathek von Cansativa informiert zur Verfügung.

Als Abonnent von Cansativa informiert erhalten Sie künftig regelmäßig kompakte Updates zur Regulatorik und zum Gesetzgebungsprozess, praxisnahe Impulse für den MedCan-Apothekenalltag sowie frühzeitige Orientierung zu relevanten Entwicklungen direkt in ihr Postfach.

Unser Ziel ist es, Sie auch künftig dabei zu unterstützen, die Versorgung mit Medizinalcannabis sicher und erfolgreich fortzuführen.

Wir blicken positiv und zuversichtlich auf das kommende Reformjahr und freuen uns, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen zu gehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Fatih Aydin
Vice President External Affairs

Nicole Borges-Steeb
External Affairs Manager


Kostenfalle MedCan-Reform? Warum der Gesetzentwurf Fragen offen lässt

Direkte Präsenzpflicht: Patient:innen sollen wieder in die Praxis 

Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass eine Verschreibung von Medizinalcannabis künftig einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt erfordern würde. Telemedizinische Verschreibungen, die heute für viele Patient:innen mit leichteren Beschwerden — etwa Schlafproblemen, Kopfschmerzen oder stressbedingten Symptomen — ein niedrigschwelliger Zugang sind, könnten damit wegfallen. Da diese Patientengruppen ohnehin keinen GKV-Erstattungsanspruch haben und in der Regel Selbstzahler:innen sind, würde der Wegfall der Telemedizin zu einer realen Hürde: Zusätzliche Wege, zusätzliche Kosten, zusätzliche Wartezeiten. Ärzte, die überhaupt Medizinalcannabis verschreiben, sind schon jetzt in der Minderheit — besonders außerhalb urbaner Zentren. 

 

Erschwerte Versorgung: Kein Versand mehr durch deutsche Apotheken 

Ebenfalls im Entwurf: Der Versand von Medizinalcannabis durch deutsche Apotheken sollte künftig nicht mehr möglich sein. Das bedeutet, dass Patient:innen, die nicht mobil sind oder in Regionen mit geringer Apothekendichte und noch geringerer Cannabis-Kompetenz leben, vor echte Probleme gestellt werden könnten. Viele Apotheken führen kein Medizinalcannabis im Standardsortiment oder bestellen nur auf Nachfrage und mit Verzögerung. Die Folge wäre eine strukturelle Verschlechterung des Zugangs, die vor allem ländliche Räume trifft — und würde nicht nur Privatzahler treffen, sondern auch GKV-Patient:innen, die auf ihre Medikamente angewiesen sind. 

 

Wie steht es um Kostenrisiken für das Gesundheitssystem? 

Interessant ist ein Aspekt, über den bislang kaum gesprochen wurde: Welche zusätzlichen Kosten entstehen könnten, wenn künftig mehr Patient:innen persönlich in die Praxis müssen? Eine aktuelle Studie argumentiert, dass durch steigende Arztkontakte erhebliche Mehrausgaben für das Gesundheitssystem entstehen könnten — sowohl im GKV-Bereich als auch bei den Praxen selbst. Mehr Pflichtkontakte, mehr Dokumentationsaufwand und mehr Terminaufkommen sind in jedem Fall mit Ressourcenverbrauch verbunden. 

Zudem lässt sich vermuten, dass die GKV derzeit möglicherweise auch entlastet wird: Viele Patient:innen stellen keinen Antrag auf Kostenübernahme — sei es, weil sie keinen verschreibenden Arzt finden, Ärzt:innen aus Sorge vor Regressen zurückhaltend sind oder Betroffene auf telemedizinische Angebote ausweichen und die Kosten selbst tragen. Sollte der Zugang künftig stärker über Präsenzpraxen laufen, könnte dies dazu führen, dass mehr Menschen formal ihren Anspruch prüfen oder geltend machen, mit direkten oder indirekten Belastungen der GKV. 

 

Versorgungslücken und der Weg zurück in den illegalen Markt 

Zudem ist zu erwarten, dass nicht wenige Patientengruppen, insbesondere solche mit leichteren Beschwerden, die heute über Telemedizin versorgt werden, wieder verstärkt auf den illegalen Markt ausweichen. Denn Eigenanbau und Cannabis Clubs können die medizinische Versorgung nicht schultern. Sie bieten weder pharmazeutischen Standards noch ausreichende Kapazitäten. Bereits im Oktober hat die EKOCAN im Zuge der ersten CanG Evaluierungsetappe bescheinigt, dass „Konsumenten zu wenig legales Cannabis zur Verfügung steht“ und der Markt generell unter einem großen Versorgungsdefizit leidet.  

 

Der Reformbedarf im Bereich Medizinalcannabis ist unbestritten. Der Gesetzentwurf könnte zwar mehr Regulierung schaffen, aber nicht zwingend mehr Versorgungssicherheit. Vielmehr besteht das Risiko, dass neue Zugangshürden entstehen, ohne dass ein klarer Nutzen erkennbar wäre. Die kommenden Ausschüsse und Anhörungen werden zeigen, ob der Gesetzgeber bereit ist, diese Punkte nachzubessern.  

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Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa


Vom Bundesrat in den Bundestag – Wie es mit der Reform des MedCanG weitergeht

Die Empfehlung des Gesundheitsausschusses für den Bundesrat – erste Signale aus den Ländern 

Die Ausschussempfehlung des Gesundheitsausschusses (des Bundesrats) wurde am 6. November vorgelegt und bildet die fachliche Grundlage für die heutige Bundesratsbefassung. Mit ihr liegt erstmals eine klare Orientierung der Länder vor, an welchen Stellen der Reformvorschlag weiter ausdifferenziert werden sollte, damit in der Praxis die Reformen verlässlich funktionieren können. Die Empfehlungen zielen darauf ab, zentrale Regelungen praxistauglich zu gestalten – etwa bei der Apothekenüberwachung, der Kontrolle des persönlichen Arzt-Patienten-Kontakts oder der Durchsetzung des geplanten Versandhandelsverbots. Da diese Punkte unmittelbar die Umsetzung durch die Länderbehörden betreffen, ist davon auszugehen, dass der Bundesrat die Ausschussempfehlung weitgehend übernehmen wird. 

 

Der parlamentarische Fahrplan – entscheidende Monate stehen bevor 

Bereits am 3. Dezember legt die Bundesregierung ihre Gegenäußerung zur Bundesratsstellungnahme vor und eröffnet damit die nächste Stufe des Verfahrens. Am 18. Dezember folgt die erste Lesung im Bundestag, in der der Entwurf vorgestellt und in die Ausschüsse überwiesen wird. Ab Januar beginnt die entscheidende Detailarbeit: Im Gesundheitsausschuss werden Expert:innen angehört, Änderungsanträge erarbeitet und die verschiedenen Positionen innerhalb der Koalition miteinander abgeglichen. Dabei wird sich zeigen, an welchen Stellen der Gesetzentwurf substanziell angepasst wird – etwa beim Versandhandelsverbot, beim Umgang mit telemedizinischen Angeboten oder bei der Definition persönlicher Arztkontakte.  

 

Wer das Verfahren verfolgen möchte, kann das bequem online tun: 

  • Bundestagsdebatten (wie die erste, zweite und dritte Lesung) werden live im Parlamentsfernsehen übertragen und anschließend in der Mediathek des Bundestags bereitgestellt. 
  • Auch der Bundesrat bietet Livestreams seiner Plenarsitzungen und stellt Dokumente wie Stellungnahmen oder Empfehlungen transparent bereit. 

Im Frühjahr 2026 sind zweite und dritte Lesung geplant, bevor der Entwurf erneut den Bundesrat passiert. Je nach Übergangsregelung ist ein Inkrafttreten frühestens im Frühjahr oder Sommer 2026 realistisch. 

 

Die Rolle des Bundestags – politische Akzente und inhaltliche Weichenstellungen 

Obwohl der Entwurf ursprünglich aus der Feder des von der CDU geführten Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) stammt, wird die Bundestagsphase entscheidend darüber bestimmen, welcher Gesundheitspolitische Leitgedanke sich am Ende durchsetzt. Vor allem die SPD hat bereits signalisiert, dass sie zentrale Punkte des Entwurfs kritisch sieht. Impulse aus der sozialdemokratischen Fraktion – unter anderem von Matthias Mieves – deuten darauf hin, dass klare Vorgaben für Verschreibungen und Versorgungssicherheit zwar unterstützt werden, der Zugang zu Medizinalcannabis aber nicht durch übermäßig restriktive Regeln erschwert werden darf. Für die weitere Debatte bedeutet das: Die SPD wird im Ausschussverfahren eine zentrale Rolle spielen und versuchen, ihre Schwerpunkte einzubringen – insbesondere beim persönlichen Arztkontakt, bei der Telemedizin und beim Versandhandelsverbot. In der Bundestagsphase entscheidet sich daher, ob das Gesetz vor allem ordnungsrechtlich nachgeschärft oder auch patientenorientiert weiterentwickelt wird. 

 

Was die nächsten Schritte für Patient:innen und Branche bedeuten 

Für Patient:innen, Ärzt:innen, Apotheken und Unternehmen ist dabei besonders relevant, wie die Frage der Versorgungssicherheit gelöst werden soll: Wie lässt sich ein verlässlicher und wohnortnaher Zugang zur medizinischen Behandlung mit Medizinalcannabis gewährleisten, ohne ärztliche Sorgfaltspflichten zu unterlaufen? Die kommenden Monate bieten deshalb Anlass, sich frühzeitig einzubringen und die parlamentarische Phase konstruktiv zu begleiten. 

 

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Weniger Opioide, mehr Perspektiven – was aktuelle Studien über Medizinalcannabis verraten

Beobachtungsdaten aus Deutschland: Hinweise auf geringeren Opioidverbrauch

In einer Praxisanalyse (Gastmeier et al., 2022) wurde untersucht, was passiert, wenn ältere Schmerzpatient:innen zusätzlich Cannabisarzneimittel erhalten. Das Ergebnis ist vielversprechend: Der Opioidverbrauch sank im Schnitt um die Hälfte – ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Die meisten Patient:innen waren über 70 Jahre alt, litten an chronischen Schmerzen und kamen mit Cannabispräparaten gut zurecht. Meist reichten sogar niedrige THC-Dosierungen aus. Die Möglichkeit, Opioide einzusparen, ist vor allem bei älteren Patient:innen relevant. Denn Sedierung, Sturzrisiko oder Atemdepression sind gerade in dieser Gruppe häufige Probleme. Die Untersuchung bietet praxisnahe Hinweise, dass medizinische Cannabinoide bei älteren Schmerzpatient:innen sicher angewendet werden können und mit einer signifikanten Reduktion des Opioidverbrauchs einhergehen.

 

New York: Langfristiger Cannabiseinsatz und Dosisreduktion

Auch in den USA zeigen sich ähnliche Trends. Eine Studie des New York State Department of Health (Nguyen et al., 2023) verfolgte über 8.000 Patient:innen mit chronischen Schmerzen, die Medizinalcannabis erhielten. Je länger die Behandlung andauerte, desto stärker sank die Opioiddosis – teilweise um mehr als 50 %. Besonders auffällig war der Effekt bei Patient:innen mit hoher Ausgangsdosis, die ihre Werte im Verlauf deutlich reduzierten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass medizinisches Cannabis die Opioidbelastung verringern und damit Risiken wie Abhängigkeit und Überdosierung reduzieren könnte. Noch offen sind Fragen zur Rolle einzelner Cannabinoidpräparate und zur Kausalität zwischen Cannabiskonsum und Opioidreduktion.

 

Bevölkerungsdaten aus den USA: Cannabisgesetze und Verschreibungsverhalten

Noch größer gedacht: Eine US-weite Analyse (Lozano-Rojas et al., 2025) zeigt, welchen Einfluss liberale Cannabisgesetze auf die Geesellschaft hat. Dort, wo Cannabis-Dispensaries (Ausgabestellen) öffnen durften, sank die Zahl der Opioidverschreibungen bei Krebspatient:innen signifikant – um rund ein Viertel. Medizinalcannabis entpuppt sich so als stiller Public-Health-Faktor: weniger Opioide, weniger Risiken, mehr Lebensqualität. Diese Ergebnisse geben ein Indiz darauf, dass Cannabis als Substitut für Opioide in der Behandlung von krebsbedingten Schmerzen dienen könnte. Auch hier zeigen die Daten Assoziationen, keine Kausalität. Weitere Forschung ist nötig, um individuelle Wirkmechanismen und Langzeiteffekte zu untersuchen. Dennoch stützen sie die Annahme, dass der Zugang zu medizinischem Cannabis auf Bevölkerungsebene positive Auswirkungen auf den Medikamentengebrauch und damit auf die öffentliche Gesundheit haben kann.

 

Medizinalcannabis kann Leben verändern – und vielleicht retten

Die Studienlage ist noch jung, aber sie zeigt eine klare Richtung. Cannabis ersetzt zwar keine Therapie mit klassischen Opioiden – in einige Bereichen könne es sich jedoch als ein ernstzunehmendes Substitut oder Substitutionstherapie etablieren. Es ermöglicht eine sanftere, sicherere Schmerztherapie, besonders dort, wo klassische Medikamente an ihre Grenzen stoßen. In einer alternden Gesellschaft, in der Menschen länger leben und bewusster mit Medikamenten umgehen wollen, könnte Cannabis zur echten Chance werden – für mehr Lebensqualität, weniger Risiko und eine Medizin, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.

 

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