Politischer Ausblick: MedCanG im parlamentarischen Verfahren 

Im Fokus der gesundheitspolitischen Debatte steht zu Beginn des Jahres die geplante Reform des Medizinalcannabisgesetzes (MedCanG). Nach Vorlage des Referentenentwurfs im Sommer 2025 befindet sich das Vorhaben nun im parlamentarischen Verfahren. 

Am 14. Januar 2026 ist die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages angesetzt. Auf dieser Grundlage ist mit Änderungen am Gesetzentwurf zu rechnen, bevor dieser in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beraten wird. Im Anschluss steht die Befassung des Bundesrates an. Nach derzeitigem Stand wird ein Inkrafttreten zu Beginn des zweiten Quartals 2026 erwartet – vorbehaltlich weiterer politischer Anpassungen im Gesetzgebungsverfahren. Der weitere Verlauf wird davon abhängen, inwieweit Versorgungsgesichtspunkte, Rechtssicherheit für Ärzt:innen und Apotheken sowie die praktische Umsetzbarkeit im parlamentarischen Prozess berücksichtigt werden. 

 

KCanG-Evaluation: Erweiterter Bericht im Frühjahr erwartet 

Neben dem Medizinalbereich bleibt auch der Konsumcannabis politisch relevant. Für April 2026 wird der erweiterte Evaluationsbericht zum Konsumcannabisgesetz (KCanG) erwartet, nachdem im Vorjahr ein erster Zwischenbericht veröffentlicht wurde. 

Der Bericht dürfte erneut eine wichtige Grundlage für die politische Bewertung der Reform liefern. Abhängig von den Ergebnissen ist nicht auszuschließen, dass auch im Konsumbereich Nachsteuerungen diskutiert werden – etwa mit Blick auf Zugangswege, Genehmigungsverfahren für Anbauvereinigungen oder die bislang ausgebliebenen Modell- und Forschungsprojekte. Damit bleibt das Jahr 2026 auch für den Freizeitbereich ein Jahr der politischen Beobachtung und potenziellen Anpassung. 

 

Marktentwicklung: Stabilisierung und Professionalisierung 

Nach den dynamischen Wachstumsphasen der vergangenen Jahre dürfte sich der deutsche Medizinalcannabismarkt 2026 weiter stabilisieren und professionalisieren. Die Nachfrage wird voraussichtlich auf hohem Niveau verbleiben, getragen durch eine wachsende Patientenzahl, zunehmende Verordnungssicherheit und die fortschreitende Integration in die Regelversorgung, gestützt durch zunehmende Forschung in bestehenden Anwendungsfeldern wie der Geriatrie. 

Auch unter regulatorischen Vorbehalten bestehen für Marktakteure weiterhin belastbare Entwicklungsperspektiven. Telemedizinische Versorgungsmodelle und der Versandhandel stehen zwar politisch unter Beobachtung, haben jedoch wesentlich zur Markterschließung und Versorgungssicherheit beigetragen und prägen die Versorgungsrealität. Apotheken festigen ihre Rolle als zentrale Schnittstelle zwischen Patient:innen, Ärzt:innen und Herstellern und profitieren von steigender Routine in Abgabe, Beratung und Logistik. Die Importvolumina dürften sich auf einem hohen Niveau einpendeln und damit eine verlässliche Grundlage für Versorgung und Planung bieten. 

Der Konsumcannabisbereich bleibt hingegen außerhalb marktwirtschaftlicher Strukturen. Mangels genehmigter Modell- oder Forschungsprojekte entstehen keine kommerziellen Wertschöpfungsketten. Die Cannabis-Anbauvereinigungen sind nicht gewinnorientiert ausgestaltet und erfüllen ausschließlich die Versorgung ihrer Mitglieder.  

 

Ein Jahr der Entscheidungen 

Das Jahr 2026 steht weniger für einen Neubeginn als für die Weiterentwicklung der Cannabisregulierung in Deutschland. Nach dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes im Jahr 2024 zeigt sich, dass Regulierung kein abgeschlossener Zustand ist, sondern sich schrittweise weiterentwickelt. Mit der anstehenden MedCanG-Reform und der erweiterten KCanG-Evaluation stehen wichtige Weichenstellungen bevor, und eine Branche, die sich inzwischen darauf eingestellt hat, mit Veränderung konstruktiv umzugehen. 

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Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa