Marktentwicklung mit Perspektive 

Auf den Panels kamen eine Reihe von Themen zu Wort, darunter die Preisentwicklung der vergangenen Monate im Blütenmarkt und die geplante GKV-Reform: Die Branche diskutiert hier differenziert und mit wachsendem strategischem Blick. Sinkende Preise der vergangenen Monate werden nicht nur als Herausforderung gesehen, sondern auch als Zeichen eines reifenden Marktes, in dem weiterhin tragfähige Geschäftsmodelle möglich sind. Entscheidend wird sein, auf Stabilität, Qualität und ein breiteres Produktportfolio in unterschiedlichen Preislagen zu setzen.  

Gleichzeitig wurde in der Debatte um die GKV-Kostenerstattung deutlich, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung des Marktes bleiben. Dass medizinisches Cannabis seit 2017 erstattungsfähig ist, war ein zentraler Impuls für die Patientenversorgung und für den Aufbau des heutigen Marktes. Umso wichtiger ist es, diesen Weg verlässlich weiterzugehen und Patientinnen und Patienten den Zugang zu den für sie passenden Therapieformen zu erhalten. 

 

Wie geht es mit der MedCan-Reform weiter? 

Ein weiteres zentrales Thema auf der ICBC war die Frage, ob die im vergangenen Sommer vorgestellte MedCan-Reform in ihrer ursprünglichen Form überhaupt noch realistisch ist. Auf den Panels überwog die Einschätzung, dass dies eher nicht der Fall ist. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass sich die politische Bewertung inzwischen verschoben hat: Versand und digitale Verschreibungsmodelle gelten zunehmend nicht mehr als Kern des Problems, sondern als Teil einer modernen Versorgung. Entsprechend rechnen viele in der Branche damit, dass die Reform, sollte sie weiterverfolgt werden, deutlich anders ausfallen würde als noch im letzten Jahr skizziert. 

 

Rechtsprechung statt zusätzlicher Sonderregulierung 

Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt auf der ICBC war die aktuelle Rechtsprechung rund um Telemedizin und Plattformmodelle. Die Urteile und laufenden Verfahren zeigen, dass bestehende rechtliche Instrumente greifen und der Markt juristisch eingehegt wird. Genau das ist aus Branchensicht eine wichtige Botschaft: Rechtsfragen werden von den Gerichten aufgegriffen, unzulässige Modelle werden überprüft, und die Grenzen rechtskonformer Marktteilnahme werden nach und nach klarer gezogen. Das stärkt am Ende eher die Argumentation gegen eine zusätzliche MedCan-Reform. Denn wenn sich der Rechtsrahmen durch Rechtsprechung weiter konkretisiert, spricht vieles dafür, dass sich langfristig die rechtskonformen Marktteilnehmer durchsetzen werden, ohne dass es dafür neue, pauschale Einschränkungen braucht. 

 

Deutschland als europäisches Drehkreuz 

Gerade in dieser Gemengelage zeichnet sich zugleich immer deutlicher ab, wohin sich der Markt entwickelt: Deutschland etabliert sich zunehmend als zentrales Drehkreuz der Cannabisbranche in Europa. Auch die ICBC hat diesen Trend noch einmal eindrücklich bestätigt. Trotz aller regulatorischen Debatten bleibt Deutschland der Markt, auf den die Branche schaut, in dem sich Investitionen, Innovationen und strategische Partnerschaften bündeln. Der Rahmen bleibt hochreguliert und anspruchsvoll: Wer die Entwicklung in Berlin verfolgt, sieht nicht nur die aktuellen Herausforderungen, sondern vor allem das wachsende Potenzial eines europäischen Marktes, in dem Deutschland bereits eine Schlüsselrolle spielt. 

 

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Mit legalisierenden Grüßen

Jakob Sons

Gründer von Cansativa

Benedikt Sons

Gründer von Cansativa