Vom Erklärthema zum Versorgungsfeld

Die Entwicklung begann auf der expopharm nicht erst im vergangenen Jahr. Schon 2017 ging es um das erste Cannabis-Rezept und den sicheren Umgang mit einer damals neuen Versorgungssituation. 2019 folgte ein eigener Cannabis-Tag, 2023 ein umfangreicher Themenblock und 2024 ein wiederholt angebotener Rundgang zu spezialisierten Anbietern. Parallel ist der Markt erheblich gewachsen.

Dieses Jahr startet die pharma-world mit „Medizinal-Cannabis im Dialog“. In diesem Themenblock spricht auch **Dr. Richard Böser** von Cansativa: Am Dienstag, den 15.09.2026 um 10:40 bis 11:10 Uhr gibt er in der pharma-world (Halle A3, Stand C5) ein „Politisches Update zu Telemedizin, Versandverbot und weiteren aktuellen Entwicklungen“. Weitere Beiträge befassen sich mit dem rechtssicheren Umgang und der Auswahl eines passenden Cannabis-Portfolios. Inmitten von mehr als 500 Ausstellern und über 200 angekündigten Programmbeiträgen hat sich die Cannabisversorgung damit einen festen Platz auf Deutschlands wichtigster Apothekenmesse erarbeitet. (expopharm 2026)

Wachstum allein reicht nicht

Das hohe Tempo seit 2024 hat Chancen eröffnet, zugleich aber sichtbar gemacht, an welchen Stellen die Strukturen nicht immer Schritt gehalten haben. Eine größere Auswahl an Produkten und Anbietern erweitert die Möglichkeiten der Versorgung und erlaubt Apotheken, eigene Schwerpunkte aufzubauen. Sie erhöht jedoch auch die Anforderungen an Sortimentsgestaltung, Einkauf, Verfügbarkeit, Qualitätsdokumentation und die Fortbildung des Teams. Denn die Abgabe von Medizinalcannabis lässt sich nicht auf einen Produktverkauf reduzieren.

Apotheken übernehmen erforderliche Prüf- und Herstellungsschritte, beraten zur richtigen Dosierung und behalten mögliche Risiken im Blick. Das braucht Zeit, Fachwissen und verlässliche Prozesse. In einem professionellen Markt werden deshalb stabile Lieferketten, nachvollziehbare Qualitätskriterien und qualifizierte Beratung wichtiger als das größte Sortiment oder der schnellste Bestellprozess.

Die Apotheke als verbindende Instanz

Und während die Messe andauert, verhandelt die Branche gleich nebenan ihre politische Zukunft. Der Deutsche Apothekertag, organisiert von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ist das wichtigste berufspolitische Forum der Apothekerschaft. Mehr als 300 Delegierte aus den Apothekerkammern und -verbänden der Länder kommen dort zusammen, um über die zentralen Themen des Berufsstands zu beraten und gemeinsame Positionen für die politische Arbeit festzulegen. In diesem Jahr stehen vor allem die künftige Rolle der Apotheken in der Primärversorgung, die Umsetzung der Apothekenreform und der finanzielle Druck im Gesundheitssystem im Mittelpunkt. Zusätzliche Spannung bringt der personelle Neustart im Bundesgesundheitsministerium: Der Apothekertag findet nur wenige Wochen nach dem Wechsel an der Spitze des Ministeriums statt.

Ende Juli ist Carsten Linnemann auf Nina Warken gefolgt, am 8. September wurde er im Bundestag vereidigt. Nur eine Woche später wird er bei der Eröffnung des Apothekertags ein Grußwort halten. Sein Auftritt dürfte mit Spannung erwartet werden. Welche Akzente setzt der neue Minister? Wie geht es nach der beschlossenen Apothekenreform weiter? Und welche Rolle sollen Apotheken künftig bei GKV-Finanzen, Notfall- und Primärversorgung übernehmen? Das Themenforum „Gemeinsam besser versorgen: Die Primärversorgung der Zukunft“ greift genau diese größere Frage auf. Klar ist: Wenn Apotheken mehr Verantwortung übernehmen sollen, brauchen sie dafür auch Personal, Zeit und eine tragfähige Finanzierung. München wird damit nicht nur zum Treffpunkt der Branche, sondern auch zu einem ersten Stimmungstest für die neue Hausspitze im BMG. (DAT; Bundestag; Apothekenreform; GKV-Reform)

Medizinalcannabis ist dabei nur eines von vielen Versorgungsfeldern – aber eines, an dem sich die wachsende Verantwortung der Apotheken besonders deutlich zeigt. Die nächste Phase wird sich daran messen lassen, wie aus Marktdynamik dauerhaft verlässliche und patientengerechte Versorgung entsteht.

Hinweis: Cansativa ist vom 15. bis 17. September 2026 auf der expopharm in München vertreten. Ihr findet uns in Halle A3, Stand B28.

Aus der Redaktion:   
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Dann schreibt uns gerne an briefing@cansativa.de.

Diese Ausgabe wurde verfasst von:
Nicole Borges Steeb
External Affairs Manager
Cansativa Group